Sachsen-Allee baut um: Neue Läden, Gastro-Meile, Sitzecken

Zwei Jahrzehnte nach Eröffnung hat sich das Einkaufszentrum eine Frischekur verpasst. Vor allem ein Bereich wurde vergrößert.

Chemnitz.

Ja, den Kunden der Sachsen-Allee sei in den vergangenen Monaten einiges zugemutet worden, sagt Center-Manager Hans-Jörg Bliesener. Läden, gastronomische Angebote, Toiletten, Sitzecken- in nahezu allen Bereichen des zweigeschossigen Einkaufszentrums wurde und wird gebaut. "In unseren knapp 80 Läden gibt es 60 Veränderungen: Ein- und Auszüge, Umzüge, Renovierungen", so Bliesener. Mit dem Umbau von Kaufland, einem der wichtigsten Mieter am Thomas-Mann-Platz, fing im Juni 2017 der Bau-Marathon an. Ihr vorläufiges Ende findet die Modernisierung des 21 Jahre alten Einkaufstempels an der Bundesstraße 173 am 19. Oktober. Dann wird der neue gastronomische Bereich im ersten Stock eröffnet.

Auf der Fressmeile, wie der Center-Manager das kulinarische Herz der Sachsen-Allee nennt, sollen acht neue Restaurantanbieter Kunden verköstigen. Mit sieben Firmen hat er bereits Verträge geschlossen. Neben einem chinesischen Imbiss gibt es einen Döner-, Hamburger- und Frisch-Fischladen sowie für Gesundheitsbewusste einen Ableger des Salat- und Suppenlokals Dean and David. Die wichtigsten neuen Mieter seien zwei Schnellrestaurants, so Bliesener. Erstmals öffnet in der Stadt eine Filiale von Pizzahut, hinzu kommt das zweite Chemnitzer Lokal von Kentucky Fried Chicken (KFC). Hinter der kulinarischen Großoffensive im Einkaufszentrum steckt auch das Ergebnis einer Untersuchung. Eine Studie eines der größten europäischen Entwicklers von Einkaufszentren, der Hamburger ECE-Gruppe, hatte ergeben, dass rund 40 Prozent aller Kunden bei der Wahl ihres Einkaufsortes nach dem Gastronomie-Angebot entscheiden. ECE ist auch Betreiber der Sachsen-Allee. Damit die Kunden in der Fressmeile mit neuem Sitzbereich länger verweilen, fehlen dort USB-Steckplätze ebenso wenig wie Steckdosen. W-Lan ist zwei Stunden im Center kostenfrei.

Der Umbau der Gastro-Meile ist die größte Investition in der Gesamtsumme von zwölf Millionen Euro, die in die Erneuerung der Sachsen-Allee fließen, so der Center-Manager. Wo sich früher auf einer Brücke der Außenbereich eines Eiscafés befand, wurde nach deren Abriss eine neue Überführung gebaut. Dafür wurde der größte Batzen Geld ausgegeben, sagt Bliesener. Während es die alte Brücke nicht mehr gibt, ist das Eiscafé nur umgezogen - in die Nähe des Parkhauses. Von der neuen Brücke haben die Besucher auf 250 Plätzen den Blick auf den Springbrunnen im Erdgeschoss, der mit farbigen LED-Leuchten glänzt. "Wir wollen unseren Kunden den Aufenthalt schöner gestalten, wollen sie noch mehr zum Bummeln und Verweilen einladen", sagt der Chef von zwölf Mitarbeitern. Dazu beitragen sollen auch die drei neuen Sitzbereiche - Polstermöbel aus Leder - im Erdgeschoss, die nächste Woche aufgestellt werden. Auch dort gibt es USB-Stecker. Neu sind ebenfalls die Toiletten. Stammbesucher der Sachsen-Allee müssen sich jedoch umorientieren. Der Sanitärbereich wurde vom Erdgeschoss in den ersten Stock verlegt. "In die Nähe der Restaurants passen die Toiletten besser."

Ausgebaut wird das Angebot für Jeans und Partyzubehör. Mit Five Crown öffnet ein Zwickauer Bekleidungsgeschäft erstmals einen Laden in Chemnitz, für Faschingsfans und Partygänger bietet Party Fiesta nötiges Zubehör, so Bliesener. In den zwei Bereichen sei man wegen des Vielfaltsangebotes Marktführer in der Stadt, so der Manager. Verabschiedet hat sich New Yorker, ein Klamottenladen für junge Leute.

Während viele Läden, darunter die Parfümerie Douglas, an neuer Stelle ihr Geschäft vergrößert wieder eröffneten, kehrt ein Angebot an seinen alten Platz zurück. Der Kundentresen wird nächste Woche am alten Standort im Erdgeschoss wieder aufgebaut, kündigt der Center-Manager an. Neues und Älteres eint Design im Industrie-Stil. Damit wolle man die Erinnerung an den alten Schlachthof wachrufen, der früher am Ort der Sachsen-Allee stand, sagt der Manager. Dominieren werden zwei Farben: Anthrazit und Gelb.


Zwei Tage Hochspannung mit Hochseilartisten in der Sachsen-Allee

Kopf in den Nacken und Sonnenbrille auf die Nase: In luftiger Höhe können Besucher der Sachsen-Allee heute und Samstag Akrobatik sehen. An drei Standorten kitzelt die Artistenfamilie Traber die Nerven mit Motorrad, Fahrrad und drei Keulen. Letztere jongliert eine Artistin in 52 Meter Höhe an einem Mast auf dem Thomas-Mann-Platz, so Chef Falko Traber. Auf dem Parkplatz Dresdner Straße fährt ein Motorrad auf dem Hochseil, im Einkaufszentrum gibt es die Fahrrad-Show. Heute und morgen geht es jeweils 11 Uhr los, die letzte Show startet jeweils 18.30 Uhr. Gestern Abend konnten Besucher die Generalprobe verfolgen. (hfn)

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