Sachsenforst unterstützt private Waldbesitzer

Borkenkäferplage: Nach Ansicht der Forstexperten ist das Areal oberhalb der 400-Meter-Höhenlinie noch zu retten. Nötig sind dafür schnelle Schritte.

Flöha.

Der Staatsbetrieb Sachsenforst unterstützt jetzt in Schwerpunktgebieten auch die privaten Waldbesitzer bei der Schadensbeseitigung. Gemeinsam mit dem Landkreis Mittelsachsen wurde ein sogenanntes Vorranggebiet ausgewiesen, das sich zwischen Augustusburg, Frankenstein, Oederan und Eppendorf erstreckt. Etwa 600 private Waldbesitzer mit unterschiedlich großen Flächen gibt es in diesem Vorranggebiet, etwa die Hälfte davon mit Fichtenbeständen, die besonders unter der anhaltenden Trockenheit leiden und vom Borkenkäfer befallen werden.

Nach Ansicht der Forstexperten ist es in diesem Areal oberhalb der 400-Meter-Höhenlinie noch möglich, den Wald in seiner Struktur und Funktion mit schnellen Maßnahmen zu retten. Es kommt darauf an, vom Borkenkäfer befallene Bäume frühzeitig zu erkennen und das Schadholz schnell aus dem Wald zu schaffen. Und genau das ist für private Waldbesitzer häufig ein Problem, weil sie nicht in der Lage sind, diese Arbeiten selbst auszuführen, und weil Forstbetriebe kaum noch freie Kapazitäten haben. Der Sachsenforst hat Unternehmen vertraglich gebunden, die bei Bedarf in den privaten Wäldern eingesetzt werden können, sagt der Leiter des Forstbezirkes Chemnitz, Bernd Ranft. Die Kosten müsse der Waldbesitzer übernehmen, aber es gebe für die Aufarbeitung von Schadholz Fördermöglichkeiten. Auch dazu berät der Staatsbetrieb die privaten Waldbesitzer bei Bedarf.

Der Sachsenforst erwartet aufgrund der warmen und trockenen Witterung eine erneute Borkenkäfer-Invasion. Dabei stapelt sich derzeit noch das Schadholz der vergangenen Saison, weil der Holzmarkt total zusammengebrochen ist und die Preise im Keller sind. Der Forstbezirk Chemnitz erstreckt sich über weite Teile Mittelsachsens, Teile des Erzgebirgskreises und des Landkreises Zwickau. Bedingt durch klimatische und natürliche Besonderheiten ist das Territorium des Forstbezirkes seit mehreren Jahren von massiven Waldschäden betroffen. Insgesamt umfasst der Forstbezirk zirka 34.500 Hektar Waldfläche, davon 13.200 Hektar Staatswald. Es gibt mehr als 7000 private und kommunale Waldbesitzer, viele davon mit sehr kleinen Flächen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.