Saxonia-Bildung für Industrie 4.0 gerüstet

Die Ausbildungsstätte in Halsbrücke hat dank einer Förderung 570.000 Euro in zwei CNC-Maschinen und eine Automatisierungsstrecke investiert. Hier lernen Azubis aus etwa 70 Firmen der Region.

Halsbrücke.

Nach dem bisherigen Stand werden in knapp vier Wochen rund 30 Lehrlinge ihre Berufsausbildung bei der Saxonia-Bildung in Halsbrücke beginnen. "Wir hoffen natürlich, dass die Zahl bis zum Start ins Ausbildungsjahr am 31. August noch steigt und wir wieder mehr als 40 Azubis bei uns begrüßen können", sagt Geschäftsführer Martin Ferkinghoff. Seine gemeinnützige GmbH sei der Träger des Ausbildungsverbunds Freiberg, der etwa 70 Betriebe der Region vereine. Der Fachkräftenachwuchs in Berufen der Metall- und Elektrotechnik eignet sich dabei in den Werk- stätten und Fachkabinetten in Halsbrücke die notwendigen Kenntnisse an.

In diesem Jahr können Ferkinghoff und seine zwölf Mitarbeiter mit mehreren Neuerungen aufwarten. "Wir haben in diesem Frühjahr gut 570.000 Euro investiert, um für die Industrie 4.0 gerüstet zu sein", berichtet der Geschäftsführer. Dank einer 90-prozentigen Förderung durch das Bundesinstitut für Berufsbildung seien zwei computergesteuerte Maschinen - sogenannte CNC-Maschinen - zum Drehen und Fräsen angeschafft worden. Darüber hinaus verfüge die Berufsschule jetzt über eine automatisierte Produktionsstrecke im Kleinformat, die sich ebenso wie die beiden neuen Maschinen per Tablet-Computer dirigieren lasse.

"Entsprechend programmiert ist die Technik beispielsweise in der Lage", deutet Ferkinghoff auf den Versuchsaufbau, "selbstständig die passenden Deckel zu diesen Dosen hier zu finden und diese dann zu verschließen". Zuvor prüfe der Automat auch den Inhalt der Dose. Die Saxonia-Bildung habe extra einen Lehrgang zur Automatisierungstechnik ins Programm aufgenommen. Die Kombination von Kursinhalten aus Pneumatik sowie Elektro- und Steuerungstechnik werde im Haus jedem Lehrling vermittelt, so der Geschäftsführer: "Es gibt praktisch keinen Beruf mehr, der nicht mit dieser Thematik in Kontakt kommt."

"Wenn Bauteile eigenständig mit der Produktionsanlage kommunizieren und bei Bedarf selbst eine Reparatur veranlassen oder Material nachbestellen - wenn sich Menschen, Maschinen und industrielle Prozesse intelligent vernetzen, dann sprechen wir von Industrie 4.0", heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Die digitale Vernetzung sei die vierte industrielle Revolution - nach Dampfmaschine, Fließband und Computer.

Während die "Neuen" ihre ersten Lehrstunden haben, stehen für andere junge Leute in Halsbrücke im September und Oktober die Prüfungen an: "Sie waren im April geplant, mussten aber wegen der Coronapandemie verschoben werden." Aufgrund der Pandemie sei die Saxonia-Bildung bis Mitte Mai geschlossen gewesen, so Martin Ferkinghoff: "Da haben wir vom Eingemachten gelebt." Zum Teil seien aber Lehrgänge nachgeholt und Verluste damit aufgeholt worden.


Partner für nahezu 70 Lehrbetriebe in der Region

Seit der Gründung am 13. Dezember 1991 hat sich die Saxonia-Bildung eigenen Angaben zufolge zu einem der größten gewerblich-technischen Bildungsdienstleister der Region Freiberg entwickelt. Derzeit werden etwa 120 Lehrlinge in 15 Berufen der Metall- und Elektrotechnik ausgebildet.

Der Ausbildungsverbund Freiberg ist 1995 mit Kleinbetrieben und mittelständischen Unternehmen gegründet worden. Derzeit vereint er 70 Betriebe der Region. Die Bildungseinrichtung ist Träger des Verbunds und vermittelt unter anderem Grundlagen der Elektrotechnik, der Metallbearbeitung, der Chemie sowie der Mess-, Steuer- und Regeltechnik.

Das zweite Standbein der Saxonia Bildung sind Umschulung, Fort- und Weiterbildung. Steigende Umsätze gebe es bei betrieblichen Schulungen etwa zu Stapler- und Kranführerscheinen sowie zum Arbeitsschutz. (jan)

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