Schlagabtausch: Neubauer kritisiert Schlosschefin

Erfolgsmeldungen aus dem Schloss könne er nicht mehr hören, sagt der Augustusburger Bürgermeister. Die Reaktion darauf überrascht.

Augustusburg/Lichtenwalde.

Ein Schlagabtausch über mehrere Stunden. Den haben sich am Donnerstag Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) und die Schloss- Geschäftsführerin Patrizia Meyn geliefert. Auslöser der Debatte, die beide via Internet über die Kommentarfunktion des sozialen Netzwerkes Facebook führten, war eine Nachricht in der "Freien Presse" - auch online abrufbar: 10.000 Besucher haben die Sonderausstellung "Scherenschnitte/Cut-Outs" im Schloss Lichtenwalde gesehen. Das hatten die Schlossbetriebe auf Anfrage am Mittwoch mitgeteilt.

"32 Besucher pro Tag. Ist das ein Erfolg? Schauen wir uns die Passage dazu an, um die ich Lichtenwalde einst beneidete. Ich dachte immer: Wow, das müssen wir auch schaffen. Und während wir daran arbeiten, schauen wir mal, was dort noch übrig ist. Wenig...", mit diesen Zeilen hat Dirk Neubauer seine Kritik an der Führungsarbeit der Schloss-Geschäftsführerin, sie ist zuständig für Augustusburg, Lichtenwalde und Scharfenstein, öffentlich gemacht. Er listet Initiativen auf, bei denen Schloss Augustusburg Hilfe von Ehrenamtlichen erhalten hatte - wie die neue Sonderschau im Motorradmuseum und das Mittelalteressen. Er schreibt weiter: "Falkner ersatzlos verschwunden, wofür man jetzt gerne ersatzweise die Stadt verantwortlich macht. Dabei lag man schon lange vorher im Clinch. Wintertreffen ein Ärgernis, das man eigentlich nicht mehr möchte. Von den letzten Wintertreffen fanden einige nur statt, weil wir als Stadt gesagt haben: Das kriegen wir hin ..."


Geschäftsführerin Patrizia Meyn schreibt: "Was macht Erfolg eigentlich aus? Ich finde, wenn er von vielen Menschen mitgestaltet wird! Meine Devise ist immer: Wenn Du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn Du weit kommen willst, gehe mit anderen." Das zeige die Arbeit mit den "PS-Enthusiasten", den Fördervereinen in Augustusburg, Lichtenwalde und Scharfenstein. Das Engagement dieser Menschen gestalte den Erfolg der zwei Schlösser und der Burg mit. Meyn reicht Neubauer immer wieder die Hand, in dem sie Gesprächsbereitschaft signalisiert und die Initiativen als gemeinsame von Stadt und Schloss wertet. "Ziehen wir nicht eigentlich am selben Strang? Nach wie vor bin ich für Gespräche offen."

Dirk Neubauer hält immer wieder dagegen. Er könne diese Erfolgsmeldungen nicht mehr hören, denn es gehe alles rückwärts, antwortet er am Abend auf eine Anfrage der "Freien Presse". Sie habe dem Bürgermeister bereits ein Gespräch nächste Woche im Schloss angeboten, antwortet Patrizia Meyn: "Ich finde, dass diese Diskussion doch bitte auf einer anderen Plattform stattfinden soll." Die Debatte, in die sich andere einschalten, bricht nicht ab - ein Vorschlag von vielen: "Vielleicht wäre es zielführender, Bürgermeister und Schlossherrin setzen sich mal auf neutralem Boden an einen Tisch. Diese Plattform eignet sich meiner Meinung nach nur indirekt zum Gedankenaustausch."

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