Schnelles Eingreifen verhindert Großbrand bei Augustusburg

Einige Erntereste sind am Donnerstagmittag auf einem Feld in Flammen aufgegangen. Der Chef der Agrargenossenschaft sieht die anhaltende Hitze als mögliche Ursache. Auch nach Schönerstadt musste die Feuerwehr ausrücken.

Grünberg.

Arndt Hötzel und sein Mitarbeiter waren mitten in der Ernte der Wintergerste auf einem Feld der Agrar GmbH "Am Kunner-stein" in der Nähe des Augustusburger Ortsteils Grünberg, als sie Rauch am Boden bemerkten. "Wir haben sofort die Feuerlöscher genommen, die wir auf den Fahrzeugen hatten, und die noch recht kleinen Flammen bekämpft", erzählt der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes. Auch ein Lkw-Fahrer habe sofort angehalten und beim Löschen geholfen. Zudem sprang Hötzel wieder auf seinen Mähdrescher, um das noch stehende Getreide rund um den Brandherd zu mähen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann. "Hätten wir all das nicht gemacht und hätte uns der Lkw-Fahrer nicht geholfen - es hätten mehrere Hektar Getreide in Flammen gestanden", sagt Hötzel.

Trotz der schnellen Maßnahmen waren am frühen Donnerstagnachmittag 40 Kameraden der Feuerwehren aus Augustusburg, Erdmannsdorf, Hennersdorf, Flöha und Euba im Einsatz. "Man weiß ja vorher nie, was einen vor Ort erwartet", sagt der Augustusburger Wehrleiter René Gläser. "Bei der aktuellen Wetterlage mit der extremen Trockenheit und dem Wind kann so ein kleines Feuer schnell zum Flächenbrand werden. Deshalb wurden so viele Wehren angefordert." Das schnelle Eingreifen der Männer vor Ort habe in diesem Fall dazu beigetragen, dass es nicht schlimmer wurde, lobte der Feuerwehrmann.

Als Ursache für das Feuer vermutet Arndt Hötzel die anhaltende Trockenheit. "Ich bin zwar Atheist, aber ich bete zu Gott, dass er es endlich mal drei Tage lang regnen lässt. Es ist extrem gefährlich auf den Feldern", sagt er. Erst am Dienstag hatten in Leuthenhain im nördlichen Mittelsachsen elf Hektar Land in Flammen gestanden und für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Und auch im Oederaner Ortsteil Schönerstadt kam es am gestrigen Donnerstag zu einem Brand, als eine Strohpresse zu warm wurde. "Das hatten wir zwar schnell unter Kon-trolle, aber bei der aktuellen Wetterlage kann das schnell zu etwas ganz Großem werden", sagt Marco Schaffarschick, der mit den Kameraden der Oederaner Wehr vor Ort war. Außerdem eilten die Feuerwehrleute aus Schönerstadt, Hartha, Börnichen, Breitenau und Frankenberg zum Ort des Geschehens. "Auch hier zum Teil als reine Vorsichtsmaßnahme, damit wir im Ernstfall genügend Löschwasser da haben", sagt Schaffarschick.

Zu verhindern sind Brände wie der in Grünberg aktuell nur sehr schwer, sagt Arndt Hötzel. "Es reicht schon ein kleiner Stein, der ins Mähwerk kommt und einen Funken auslöst. Der Boden ist so trocken, dass das Gras sofort brennt." Aufs Feld müssen die Landwirte derzeit dennoch, denn die Ernte muss eingeholt werden. Und das aufgrund der Trockenheit mehr als zwei Wochen eher, als es in anderen Jahren der Fall war. "Ich kann nur an alle Menschen appellieren, keine Zigarettenkippen oder Glasscherben in die Landschaft zu werfen", sagt Feuerwehrmann Marco Schaffarschick.

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