Schnelltests: Interesse bei Schülern eher gering

Die Abschlussklassen sind seit Montag auch am Brand-Erbisdorfer Cottagymnasium wieder präsent. Von 200 Schülern nutzten jedoch nur 63 das Angebot, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Flöha/Brand-Erbisdorf.

Nach Wochen der Stille herrscht am Montagmorgen im Brand-Erbisdorfer Bernhard-von-Cotta-Gymnasium rege Betriebsamkeit. Die Abschlussklassen sind wieder im Präsenzunterricht. Im Cottagymnasium sind das die elften und zwölften Klassen. Bevor sie jedoch mit Volldampf in den Unterricht starten, gibt es für jede Schülerin und jeden Schüler die Möglichkeit, sich freiwillig auf das Coronavirus testen zu lassen.

Dazu wird in einem der Umkleideräume der Turnhalle ein Testcenter eingerichtet. Vier Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Freiberg, sind in Ganzkörperanzügen und mit Gesichtsvollschutz im Einsatz. Unterstützt werden sie von einer Lehrerin des Gymnasiums. "Sie unterrichtet bei uns Biologie, Chemie und Ethik", sagt Schulleiterin Manuela Kunath. "Und sie besitzt eine medizinische Vorausbildung."

Ab 8 Uhr wird die Teststation eingerichtet, 8.40 Uhr kommen die ersten Interessierten - 30 Lehrerinnen und Lehrer. Ab 10 Uhr gesellen sich grüppchenweise die Schüler hinzu, die sich freiwillig der Prozedur aussetzen.

Von den insgesamt 200 Gymnasiasten - 103 aus der elften und 97 aus der zwölften Klasse - werden es am Ende gerade einmal 63 sein, die den Test machen. Das ist nicht einmal ein Drittel. Zu jenen, die sich testen lassen, gehören Luis Aumann und Felix Fischer. Die jungen Männer sind vor allem neugierig. "Ich hätte gedacht, dass sich mehr dafür melden", so Luis Aumann. Und Felix Fischer fügt an: "Besonders vor dem Hintergrund, dass unsere Lehrerin zur Risikogruppe zählt." Der Test ist nun einmal freiwillig, betont Schulleiterin Manuela Kunath. "Alle, die wollten, haben zuvor eine Einverständniserklärung abgegeben", sagt sie. Deshalb habe man bereits vorher gewusst, dass sich nur vergleichsweise wenige Schüler testen lassen wollen. Gehofft, dass am Ende wenigstens die Hälfte einem Test zustimmt, hatte man dennoch.

Im Testraum geht alles sehr schnell und koordiniert ab. Auf Zuruf treten die Schüler hinter eine Wand, wo sie sich dem langstieligen Tupfer hingeben müssen. Fotos dürfen hier nicht gemacht werden. Gut möglich, dass das den meisten Testpersonen ganz recht ist.

Sophie Raschke, Leonie Teichert und Emanuel Göhler haben das Prozedere bereits hinter sich. "War eigentlich nicht so schlimm", sagt Leonie Teichert. Vom Sinn der Aktion sind alle drei überzeugt. "Es hilft dabei, das Infektionsgeschehen einzudämmen", meint Emanuel Göhler. Deshalb sei es für ihn völlig in Ordnung, daran teilzunehmen. "Ich sehe darin keinerlei Nachteile, noch dazu, wenn alles kostenlos ist", sagt Sophie Raschke. Ihren Testergebnissen sehen alle gespannt entgegen.

Diese liegen am frühen Nachmittag vor. Von allen 93 Testproben ist nicht eine positiv. "Besser konnte es nicht kommen", freut sich Manuela Kunath. Der Unterricht für die zwei Klassenstufen kann nun beginnen.

Wie die stellvertretende Schulleiterin des Pufendorf-Gymnasiums in Flöha, Sylke Wolf, am Montagmittag sagte, haben die Tests in der Sporthalle sehr diszipliniert und reibungslos funktioniert. Es seien Schüler aus dem Beruflichen Schulzentrum in Flöha, aus den Oberschulen in Flöha und Niederwiesa sowie aus dem privaten Regenbogengymnasium in Augustusburg getestet worden. "Und natürlich auch Schüler unseres Gymnasiums", sagt Sylke Wolf. Wie viele Schüler am Montag einen Schnelltest absolviert haben, konnte sie nicht sagen. Am heutigen Dienstag werden erneut Corona-Schnelltests für Schüler der aktuellen Abschlussjahrgänge angeboten. Unterdessen haben 73 Schüler des Gymnasiums am Montag den Präsenzunterricht wieder aufgenommen. Unterrichtet wurden die Prüfungsfächer. An der Oberschule Flöha-Plaue waren 66 Zehntklässler anwesend und zehn Neuntklässler, die sich auf den Hauptschulabschluss vorbereiten. Ein Teil der Schüler wird erst am heutigen Dienstag getestet.

Am DPFA-Regenbogengymnasium in Augustusburg haben am Montag 30 Zwölftklässler wieder Präsenzunterricht in prüfungsrelevanten Kursen erhalten. Wie DPFA-Sprecherin Caroline Lindner sagt, verteilen sich durch das Kurssystem die Schüler automatisch in ihre jeweiligen Kursgruppen. Alle Zwölftklässler haben eine hochwertige Stoffmaske erhalten. Die Schüler des Regenbogengymnasiums fahren am heutigen Dienstag zum Corona-Schnelltest ins Flöhaer Pufendorf-Gymnasium. Deshalb konnten die Zwölfer selbst entscheiden, ob sie am Montag noch im Homeschooling bleiben wollen.

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