Schöner wohnen in alter Schule

Erneut gute Nachrichten für die Region: Dank EU-Geld können wieder 20 Vorhaben realisiert werden. Aufleben soll dabei auch ein Haus, das schon seit fast 20 Jahren leer steht.

Frankenstein.

1,3 Millionen Euro - diese Summe EU-Fördermittel reicht jetzt das Regionalmanagement des Vereins zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal aus. Das Geld verteilt sich auf alle 20 Vorhaben, die in diesem Förderzeitraum eingereicht wurden. Kein Automatismus ist aber, dass die Pläne auch alle aufgehen. Mit dem vier Monate gültigen Votum des Vereins muss ein Antrag auf Bewilligung beim Landratsamt eingereicht werden. "Erst wenn dieser vorliegt, kann der Antragsteller mit einer Förderung zwischen 30 und 80 Prozent rechnen", sagt Regionalmanagerin Andrea Pötzscher.

Zu den besagten Vorhaben gehört die alte Dorfschule im Oederaner Ortsteil Frankenstein. "Dabei handelt es sich um ein das Ortsbild prägendes Gebäude", erklärt Andrea Pötzscher. Die Immobilie stehe unter Denkmalschutz. "Ein Paar will künftig dort wohnen und das Gebäude komplett sanieren." Dach- und Obergeschoss sollen Wohnzwecken dienen, Pelletheizung und Hobbybereiche darunter entstehen. Weil die Eigentümer mit ihrem Plan die Konditionen für Um- und Wiedernutzung eines leerstehenden Gebäudes für Wohn- und gewerbliche Zwecke erfüllen, können sie mit 30Prozent Förderung und maximal 100.000 Euro rechnen.

Die Gemeinde Frankenstein errichtete das Schulgebäude 1888 in der heute noch existierenden Form. Für den modernen Bau gab die Kommune einst 18.000 Mark aus. Bis 1945 trug das Haus den Titel Volksschule Frankenstein, in den frühen DDR-Zeiten begann die Erweiterung der Immobilie. 1962 entstand ein Erweiterungsbau mit zwei Klassenzimmern, später ein neuer Hort. 1972 erhielt die Bildungseinrichtung die Bezeichnung Allgemeinbildende polytechnische Oberschule. 1990 wurde daraus die Grundschule Frankenstein. Infolge der sinkenden Geburtenzahlen wurde 1998 letztmalig eine 1. Klasse mit 19 Schülern eingeschult. Mit dem Jahr 2001 endete die örtliche Schulgeschichte.

Auch kommunale Vorhaben können vom EU-Geld profitieren. So baut Frankenberg die Schönborner Straße zur mittelalterlichen Bergstadt Bleiberg auf einer Länge von 160 Meter aus, verbreitert sie und installiert eine energiesparende LED-Beleuchtung. Das Ganze kostet circa 137.000 Euro. 65 Prozent davon, also circa 89.000 Euro, bekommt die Stadt auf Antrag erlassen.

Rückenwind erhält auch die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde "St. Petri" zu Augustusburg. "Die Mitglieder möchten im Internet eine Webseite zur Förderung des Musiktourismus gestalten", so An-drea Pötzscher. Damit soll nicht nur die neue, vom Kirchenmusiker Pascal Kaufmann kreierte Konzertreihe beworben, sondern es sollen auch die Kirche, Vereine und andere Aktive vernetzt werden. Das reicht vom Ticketverkauf über Anreisetipps bis hin zu Klangbeispielen historischer Instrumente. Die Homepage soll in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Mozart-Gesellschaft, der Stiftung Frauenkirche Dresden und dem Dom Quedlinburg entstehen, Kostenpunkt: 6580Euro, wobei 5264 Euro Förderung drin sind.

Damit nicht genug: Am Montag hat der Verein neue EU-Mittel ausgeschrieben. Was gefördert werden kann, steht im Internet. www.floeha-zschopautal.de

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