Sebastians Glückstreffer

Sebastian Hecht, neuer Besitzer eines Reha- Rades, will aktiv sein. Diesen Wunsch erfüllen ihm die Lions - dank der Unterstützung vieler.

Flöha/Leipzig.

Überglücklich. So beschreibt Claudia Hecht den Zustand in der dreiköpfigen Leipziger Familie. Ihr Sohn Sebastian ist der Besitzer eines Reha-Rades. Die Schenkungsurkunde unterschrieb der 19-Jährige am Sonnabend. Jetzt können Pläne geschmiedet werden: von Ausflügen beim Ostseeurlaub und der schon lange erträumten Tour entlang des Elberadweges.

Jeder Meter, den er dafür gefahren sei, habe sich gelohnt. Das sagt Werner Sieber, Sekretär des Lionsclubs Flöha/Augustusburg. "Es war sehr rührend, dem jungen Mann das Rad übergeben zu können. Wir haben alles richtig gemacht." Beeindruckt habe ihn Sebastians Mutter, die im Kampf um mehr Lebensqualität für ihren autistischen Sohn nie aufgegeben habe, obwohl die Familie viele Schläge habe einstecken müssen.

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Ende Januar hatten Lions und "Freie Presse" Flöha gemeinsam die Suche nach einem neuen Besitzer für den Easy Rider gestartet. Zehn Interessenten meldeten sich. Angeschafft worden war das dreirädrige Gefährt für Toni Puschke. Für den Leubsdorfer, spastisch gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen, war es ein Geschenk zum 14. Geburtstag. Die nötigen 7500 Euro wurden 2011 in einer Spendenaktion gesammelt. Toni Puschke hatte das Spezialrad mit Elektroantrieb zurückgegeben, weil er es nun nicht mehr benötigte. Sebastian Hecht dagegen schon.

Seine alleinerziehende Mutter, Sportlehrerin an einer Leipziger Schule für geistig Behinderte, achtet von Beginn an darauf, dass der junge Mann selbstständig ist. "Sebastian ist aufgrund einer Muskelschwäche auf den Rollstuhl angewiesen. Aber er möchte nicht gefahren werden. Er möchte aktiv sein."

Das Reha-Rad sei ein Glückstreffer für ihren Sohn, sagt sie: "Er ist aufs Rad gestiegen, fand es cool und ist sofort losgefahren. Weil wir viel dafür getan haben, dass seine Muskeln gut entwickelt sind, werde ich wohl Mühe haben, ihm zu folgen.

Im Reha Rad Centrum Fraureuth war das Gefährt gewartet und am Samstag auf Sebastians Bedürfnisse angepasst worden. Die Kosten dafür trug der Lionsclub. Firmenchefin Dörte Krampitz wird das Spezialrad bis Ostern nach Leipzig ausliefern. Das versprach sie am Mittwoch am Telefon.

Die erste Tour hat Sebastian Hecht übrigens schon geplant. Er will seinen Freund besuchen - allein - und mit ihm durch den Leipziger Wildpark fahren. Und der 19-Jährige wird sein Vorhaben in die Tat umsetzen. Genauso wie er alles für seinen Traum unternehmen wird, als Kindergartenhelfer zu arbeiten. Auf diesem Weg wird er mit dem Easy Rider sicher unterwegs sein.

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