Septemberwetter - Ruhige Tage im Nachsommer

Milde Temperaturen, etwas Sonnenschein und ein wenig Regen, kaum mehr Gewitter und noch keine Stürme: Der September glänzt meteorologisch oft mit Ausgeglichenheit.

Frankenstein.

Den seit 1931 bis vorläufig 2017 kühlsten und trübsten September gab es 1996 - mit 9,6Grad Celsius um 3,3 Grad zu kalt. Und anstatt der normalen 156Sonnenstunden wurden damals nur schlappe 58erreicht. Drei Jahre später waren es dann stattliche 223 - ein Spannbreite von 165 Stunden. Ansonsten aber gilt für den September: Im Gegensatz zu den drei vergangenen Sommermonaten verläuft das Wettergeschehen im ersten Herbstmonat bedeutend moderater.

Sowohl Wärme und Sonnenschein als auch die Niederschläge und Gewitterneigung gehen allmählich zurück, geschuldet dem abnehmenden Wirkungsgrad der Sonne im Nachsommer. So beträgt das Klimamittel der Temperatur im September nur noch 12,9 Grad Celsius, während es im August noch 17,1 und im Juli 17,3Grad sind.

Doch fallen auch im September die Monatsmitteltemperaturen recht unterschiedlich aus. So wurden im September 1999 noch sommerliche 16,9 Grad ermittelt, während der September 1996 mit 9,6Grad schon deutlich zu kühl ausfiel. In manchen Jahren erreichten die Temperaturen im September nochmals hochsommerliche 30Grad, so wie letztmalig am 12. und 13. September 2016, andererseits aber auch schon leicht frostige Werte von minus 0,4 Grad, so wie am 21. September 1997.

Die monatliche Sonnenscheindauer beträgt im September im Mittel nur noch 156 Stunden; im August sind es 212, im Juli 219. Doch sind auch hier die Unterschiede von Jahr zu Jahr recht bemerkenswert. So wurden 1997 im September satte 214, 1999 223 und 2006 gar 241Stunden Sonnenschein ermittelt. Demgegenüber stehen nur 74Stunden 1990, 69 2001 und gar nur 58 Stunden im September 1996.

Und auch bei den Niederschlägen gibt es ähnlich hohe Abweichungen. So wurden 1982 nur 11 und 1990 und 1997 jeweils nur 19 Liter aufgelistet, hingegen 1978 und 2010 jeweils 133 und 2001 gar 151Liter pro Quadratmeter. Im Mittel kommt es im September zu einer Niederschlagsmenge von 63,4 Liter. Wohl gibt es Jahre in denen auch im September noch bis zu sieben Gewitter auftreten können; 1966, 1979 und 1987 war dies der Fall. In den meisten aller Septembermonate sind Gewitter aber nur seltene oder gar keine derartigen Poltergäste. Und auch stürmische Tage bleiben die Ausnahme; einmal allerdings war der Altweibersommermonat in dieser Hinsicht eher ein recht übermütiger Jungmänner-Herbstmonat, als es 1990 an 25 Starkwindtagen auch noch fünfmal ziemlich stürmisch zuging. Auf diesem Gebiet weist das Klimamittel 14 Starkwindtage und einen Sturmtag aus. Damit ist der September auch der windärmste Monat des Jahres.

Auch im September gibt es in fast jedem Jahr bemerkenswerte Wetterereignisse zu vermerken. Ganz außergewöhnlich waren beispielsweise die 20 Grad, die in der Nacht vom 27. zum 28. September 1975 als Tiefsttemperatur gemessen wurden. Solch eine in der Meteorologie als Tropennacht bezeichnete Tiefsttemperatur wird nicht einmal im Sommer als Minimum häufig, oftmals gar nicht gemessen. Wieder gänzlich anders war es im September 1986, als ein früher Polarlufteinbruch zu einem Temperatursturz führte: so wurden am 15. noch 19,8Grad, am 16. jedoch nur noch 8,1Grad als Tagesmitteltemperatur verzeichnet.

Wie unterschiedlich selbst von Ort zu Ort Regenwolken sich erleichtern können, war am 10. September 2002 nach einem durchziehenden Gewitter zu registrieren: In Memmendorf waren es beträchtliche 51 Liter pro Quadratmeter, im gerade mal zwei Kilometer entfernten Frankenstein wurden nur 16 Liter gemessen. Heftige Gewitterregen führten an jenem Tag auch an vielen anderen Orten zwischen Chemnitz und Freiberg zu zahlreichen Schwemmschäden, begünstigt noch mancherorts durch die im Laufe der Jahre weggepflügten Schutzstreifen an Feld-, Weg- und Straßenrändern.

Außergewöhnlich warm fiel die erste Septemberhälfte 2016 aus: an neun Tagen wurden 25 Grad und darüber gemessen: meteorologische Sommertage. Zweimal erreichte das Quecksilber sogar die 30-Gradmarke. Solch heiße Tage werden im September nur sehr selten verzeichnet.

Bisher einmalig einige Notizen zu drei aufeinander folgenden Trockenzeiten aus den Jahren 2006, 2007 und 2008: so wurden in Dresden folgende Tiefst-Wasserstände der Elbe und damit vorübergehende Einstellung des Schifffahrtsbetriebes gemeldet: 79, 76 und gar nur 64Zentimeter. Zum Vergleich: 2002 waren es 9,40 Meter, die am 17. August gemessen wurden.

Unser Autor Manfred Tietz, seit vielen Jahren Wetterexperte für die "Freie Presse" Flöha, beobachtete von 1971 bis 2017 das Wetter am Kalten Feld in Frankenstein. Außerdem kann er sich auf Notizen aus den Jahren 1959 bis 1970 stützen, die in Chemnitz-Hilbersdorf entstanden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...