Siedler gehen erst 2021 wieder auf die Reise

Der 27. Historische Besiedlungszug durch Mittelsachsen wird verschoben. Welche Folgen die Corona-Pandemie für den Mittelsächsischen Kultursommer hat, ist noch offen.

Kriebstein/Hainichen.

Es wäre die 27. Auflage des Historischen Besiedlungszuges gewesen, mit dem der gleichnamige Sachsenburger Verein an die Besiedlung der Region im Jahr 1156 durch fränkische Bauern erinnert hätte. Der Tross mit bis zu 160 Siedlern, rund 80 waren schon angemeldet, wäre am 18. Juli zu der 140 Kilometer langen Reise quer durch Mittelsachsen gestartet.

Der Konjunktiv steht für die Entscheidung, welche der Vereinsvorstand jetzt in einer Telefonkonferenz getroffen hat: "Wir haben entschieden, den 27. Besiedlungszug ins nächste Jahr zu verschieben", bestätigte Vorstandsmitglied Michael Ehnert, der als Lokator seit Jahren den Tross der Siedler führt.

Der Entschluss sei vor dem Hintergrund der bestehenden Auflagen für Veranstaltungen in Folge der Corona-Pandemie getroffen worden. Es sei fraglich, welche Auflagen der in Sachsenburg ansässige Verein für den Besiedlungszug hätte erfüllen müssen. "Da wäre das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken noch das geringste Übel gewesen", so Ehnert. Aber allein angesichts der sonst dabei üblichen Waschgelegenheiten und Dixi-Klos an Rastplätzen wäre die Infektionsgefahr zu groß. "Da wollen wir natürlich auch die Siedler schützen", so der Lokator. Zudem schaffe es der Verein auch zeitlich nun nicht mehr, den Zug entsprechend vorzubereiten. Die Arbeiten dafür seien durch die Ausgangsbeschränkungen ins Stocken geraten. Die Neuauflage des Besiedlungszuges sei nun mit Starttermin 24. Juli 2021 geplant. Die bereits gezahlten Teilnehmerbeiträge würden den angemeldeten Siedlern für dieses Jahr erstattet. "Wir hoffen aber, dass sie die Beiträge in eine Spende umwandeln", so Ehnert. Denn finanziell bedeute die Verschiebung des Veranstaltungstermins einen herben Rückschlag für den Verein, der noch auf staatliche Zuschüsse hoffe. Kultursommer kündigt Entscheidung an: Der in Hainichen ansässige Verein Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus) will eine Entscheidung über die geplanten Großveranstaltungen in der aktuellen Saison frühestens am 28. April bekannt geben. Das kündigte am Montag die Miskus-Sprecherin Verena Toth auf Nachfrage der "Freien Presse" an. Der Miskus-Vorstand werde darüber am 27. April zu seiner Sitzung beraten. "Erst dann wird entschieden, wie mit dem Veranstaltungsprogramm 2020 umgegangen wird", so die Sprecherin.

Unabhängig davon wurden bereits mehrere Veranstaltungen, an denen sich der Miskus beteiligen wollte, von Seiten der jeweiligen Veranstalter abgesagt. Das betreffe beispielsweise den Historischen Besiedlungszug, den Klanglichtzauber in Mittweida oder das Talsperrenfest in Kriebstein. Parkfest in Hainichen fällt aus: Der Hainichener Bürgermeister Dieter Greysinger hat Organisatoren von Festen im Sommer in seiner Kommune vor dem Hintergrund der Infektionsgefahr "dringend geraten, über eine Absage nachzudenken". Auf jeden Fall ausfallen werde das Parkfest im Juli in Hainichen, weil dort mehr als 1000 Besucher zu erwarten gewesen wären. Ebenfalls abgesagt seien die Brauchtumsfeuer in der Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai in Eulendorf und Hainichen sowie das Fest an der Camera Obscura am 9. Mai. Abgesagt sind auch die Jugendfete Krach am Bach (31. Mai).


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.