Spektakulär: Höhenflüge im letzten Loch

BMX-Fahrer aus ganz Deutschland treffen sich am Wochenende in Hohenfichte, um ihre Tricks an einem Ort zu zeigen, der von außen so gar nicht nach großer Kunst aussieht.

Hohenfichte.

Wenn es das Wort "lässig" irgendwann mal wieder in den deutschen Sprachgebrauch schafft, muss es unbedingt im Zusammenhang mit zwei jungen Herren aus Hohenfichte gebraucht werden. Bis es aber so weit ist, muss für Daniel Richter und seinen Kumpel Steve Fleischer aber erst einmal das derzeit eher gebräuchliche eingedeutschte Wort "cool" herhalten. Es beschreibt Menschen, die einem recht lässig wirkenden Hobby nachgehen und damit auch andere junge Leute animieren, nicht nur auf der Couch (früher Sofa) rumzuliegen.

Auf dem Fabrikgelände der alten Baumwolle in Hohenfichte haben Richter und Fleischer 2012 ein ehemaliges Kesselhaus Stück für Stück in einen Treffpunkt für Fahrer der kleinen und wendigen BMX-Räder umgebaut. Mit Rampen, Sitzecken und vielem mehr. "Als wir das erste Mal hier drin standen, haben wir sofort gesagt, dass das hier so ziemlich das letzte Loch ist", erinnert sich Daniel Richter. Aus diesem Eindruck wurde der bis heute gültige Name "The Last Hole". Und in eben diesem letzten Loch veranstalten die zwei BMX-Fans einmal im Jahr einen größeren Wettbewerb, "Höhenflüge" genannt. Der Titel kommt nicht von ungefähr, denn was die Teilnehmer auf ihren Fahrrädern da bieten, sind Sprünge bis fast unter die Decke des historischen Gemäuers.

Und wer noch höher hinaus will, kann das unter freiem Himmel, also ohne Höhenbeschränkung, tun. Draußen vor der Halle sind nämlich ebenfalls Rampen aufgebaut, die Veranstaltung findet an mehreren Orten gleichzeitig statt. "Es gibt verschiedene Wettbewerbe, dazu können die Teilnehmer auch einfach frei auf den Rampen fahren", erklärt Daniel Richter. "Außerdem ist am Abend eine kleine Party geplant, zu all diesen Sachen laden wir auch interessierte Gäste ein. Es ist eigentlich immer ganz gemütlich bei uns", sagt er. Man könnte es auch lässig nennen.

Mit ihrer kleinen, aber sehr feinen Halle haben die zwei jungen Männer offensichtlich den richtigen Nerv getroffen, denn das Interesse der Jugendlichen aus Hohenfichte und Umgebung an gewagten Sprüngen mit dem BMX-Rad hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen, wie Richter sagt. "Wenn wir in unserer internen Gruppe ankündigen, dass wir am Wochenende da sind, stehen meist schon mehr als zehn Fahrer vor der Tür, wenn wir die Halle aufschließen wollen", sagt der 32-Jährige. "Das kann gern noch mehr werden. Und wer uns in irgendeiner Form unterstützen will, ist ebenso gern im letzten Loch gesehen."

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