Spontaner Feuerwehr-Korso als Abschiedsgruß

Einsatzkräfte der Region haben auf ihre Art adieu zu den Mitarbeitern der Freiberger Rettungsleitstelle gesagt. Die tun ab sofort in Chemnitz Dienst.

Freiberg/Flöha.

Seit gestern ist die Integrierte Regionalleitstelle in Chemnitz (IRLS) auch für Notrufe aus Mittelsachsen zuständig. Die Umschaltung 6.22 Uhr lief erfolgreich, resümierte das Landratsamt. Der erste Notruf aus Mittelsachsen sei 6.31Uhr in Chemnitz eingegangen. Die Leitstelle in Chemnitz umfasst laut Kreisbehörde jetzt für fast eine Million Einwohner zu ständig. "Damit werden zukünftig alle Notrufe für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz über die europaweit einheitliche Rufnummer 112 aus der Stadt Chemnitz, dem Erzgebirgskreis und Mittelsachsen in Chemnitz eingehen und durch 85 Disponenten im Schichtbetrieb rund um die Uhr an 18 Einsatzleitplätzen bearbeitet", teilte André Kaiser, Pressesprecher der Landkreisverwaltung, mit.

Für die Einwohner ändere sich aber nichts. Unbemerkt für die Anrufer gehen über die Rufnummer 112 die Notrufe für den Rettungsdienst und die Feuerwehr bei der IRLS in Chemnitz ein und nun nicht mehr in Freiberg. "Von dort aus wird wie bisher die Hilfe alarmiert und koordiniert", erklärt Steffen Kräher, zuständiger Abteilungsleiter im Landratsamt. Es ändere sich jedoch die Vorwahl für die Anforderung der Krankentransporte. Die neue Nummer lautet: 0371 19222.

Ehrenamtliche Kräfte haben am Dienstagabend mit einem Feuerwehr-Korso den nach Chemnitz wechselnden Mitarbeitern der bisherigen Leitstelle Freiberg einen besonderen Abschiedsgruß gesandt. "Für die Mitarbeiter war es berührend, mit einer solchen Geste verabschiedet zu werden", sagte Steffen Kräher. Die Aktion, an der vor allem ehrenamtliche Kräfte mitwirkten, "wird uns noch lange in Erinnerung bleiben", fügte er an. Mit Blaulicht und Martinshorn waren 19 Fahrzeuge von Feuerwehr, THW sowie DRK am Landratsamt an der Frauensteiner Straße in Freiberg vorübergefahren.

Die Retter sagten damit auf ihre Art adieu zu den zwei Dutzend Mitarbeitern der Freiberger Rettungsleitstelle, die hier bis gestern die Notrufe aus dem Kreis entgegennahmen und Einsätze koordinierten. Nun sind die Freiberger Dispatcher nach Chemnitz gewechselt. Als bei einem der letzten Anrufe am Dienstagabend in Freiberg das Telefon klingelte, lief kein Notruf ein, sondern der Hinweis: Man möge doch mal aus dem Fenster schauen.

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