Sportbund drängt auf Generationenwechsel

Ein Thema in der größten Kreis-Bürgerbewegung: Die Verjüngung der Führungsriege ist Kernaufgabe in der Sportlandschaft.

Flöha/Mittweida.

Mittelsachsens größte Bürgerbewegung macht Druck bei der Nachwuchsgewinnung für die Spitzen der Vereine: "Wir müssen künftig mehr junge Menschen dafür begeistern, aktiv in den Führungen der Vereine mitzuarbeiten", sagte Geschäftsführer Benjamin Kahlert am Rande der Festveranstaltung zum zehnten Geburtstag des Kreissportbundes (KSB). "Viele Vorsitzende gehen widerwillig in eine weitere Amtszeit, weil sich kein jüngerer Nachfolger findet."

Der Generationenwechsel sei ein wichtiges Thema, betonte Kahlert. "Ich kenne einige Beispiele an Vereinen, in denen gleich mehrere Mitglieder den stellvertretenden Vorsitz übernehmen würden, aber nicht Vereinschef werden wollen", sagte er am Sonnabend in Mittweida. Jeder sollte in den Vorständen nach seinen Kernkompetenzen eingesetzt werden. Sinngemäß könnte durch die Aufgabenteilung eine starke und auch jüngere Spitze entstehen.

Der Kreissportbund selbst ist vergleichsweise jung. Nach der Kreisgebietsreform nahm er am 1. Januar 2009 seine Arbeit auf. Zuvor wurden die Kreissportbünde der Altkreise Freiberg, Mittweida und Döbeln aufgelöst. "Wir sind mit der Neugründung einen eigenen Weg gegangen, denn in den meisten anderen Kreisen sind die Sportbünde miteinander verschmolzen", so KSB-Präsident Volker Dietzmann. Die Vorsitzenden der alten Kreissportbünde, Dieter Heindel (Döbeln), Rüdiger Borck (Mittweida) und Ex-Landrat Eberhard Löffler (Freiberg) hätten sich frühzeitig ausgetauscht.

Seit der Gründung des KSB gebe es Vereine, die enger mit ihm zusammenarbeiten und einige, die eher den losen Kontakt bevorzugen, so Dietzmann. Für ihn hat sich seither die mittelsächsische Sportlandschaft gut entwickelt. "Wir haben ein vernünftiges Veranstaltungsangebot und vor allem einen hohen Zuspruch beim Behinderten- und Seniorensport", so Dietzmann.

Bereits 2012 habe sich der KSB das Ziel gesetzt, mittelfristig die Zahl von 45.000 Mitgliedern zu erreichen. Inzwischen trieben knapp 46.500 Mitglieder in über 400 Vereinen unter dem Dach des KSB Sport, so der Präsident. Der Verband sei damit die größte Bürgerbewegung in Mittelsachsen: "Der Sport hat bei uns eine solide Grundlage, auch wenn die Wege in unserem Kreis manchmal sehr weit sind."

Landrat Matthias Damm (CDU) stimmte zu. "Unser Kreisgebiet ist nahezu so groß wie das Saarland oder Luxemburg." Dennoch sei der KSB in den vergangenen Jahren stark zusammengewachsen. Vor allem die Ehrenamtlichen seien dafür verantwortlich, so der Landrat. "Denn ohne sie geht es nicht."

Stargast war Kugelstoßerin Christina Schwanitz, die beim Hetzdorfer SV mit der Leichtathletik begann und in Freiberg zur Schule ging. Im Gespräch mit Kult-Moderator Gert Zimmermann ließ die 32-Jährige verlauten, dass sie im April an der Hochschule Mittweida ein Studium für Soziale Arbeit beginnen, dem Sport aber treu bleiben möchte. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 dürfe gern noch ein ganz großer Stoß gelingen.

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