Steigende Strompreise: Schloss Augustusburg liegt jetzt im Dunkeln

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Die Energiekrise und Russlands Krieg haben Folgen: Ab September wird die Augustusburg nicht mehr angestrahlt. Und es ist nicht das einzige Gebäude, das nachts kaum noch sichtbar ist.

Augustusburg/Oederan.

Auf Schloss Augustusburg und der Burg Frauenstein - zwei Wahrzeichen in der Erzgebirgsregion - geht das Licht aus. Zumindest außen: Ab 1. September, 22 Uhr, werden das Schloss und die Burgruine nicht mehr angestrahlt. Das teilte die Augustusburg-Scharfenstein-Lichtenwalde Schlossbetriebe GmbH auf Anfrage mit. Auch Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel bestätigte, dass die Burg dunkel bleiben wird. Damit folgen die Schlösserverwaltung und die Stadt Frauenstein den Energiesparmaßnahmen, die die Bundesregierung beschlossen hat. In der Verordnung heißt es: "Die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung ist untersagt. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Kulturveranstaltungen und Volksfesten." Ausnahmen sind außerdem möglich, wenn ohne Beleuchtung die Verkehrssicherheit gefährdet ist oder eine sonstige Gefahr droht.

Der Grund sind die stark steigenden Strompreise: "Die durchschnittlichen Kosten pro Tag, gerechnet auf ein Jahr, betragen für die Außenbeleuchtung auf Schloss Augustusburg etwa 7,50 Euro", so Frizzi Seltmann, Sprecherin der Schlossbetriebe. Das klingt auf den ersten Blick nicht viel. Doch angesichts der steigenden Preise suchen Freistaat und Kommunen überall nach Sparmöglichkeiten. In Oederan etwa werden drei markante Denkmale - das Rathaus, die Stadtkirche und die Volkskunstschule im alten Spital - nicht mehr angestrahlt. Im Gottfried-Silbermann-Museum am Frauensteiner Markt wird nach den Worten von Bürgermeister Reiner Hentschel nun nur noch die Notbeleuchtung im Inneren brennen - keine zusätzliche Beleuchtung mehr auf das neue Museum hinweisen. Dennoch schaut die Stadt voraus: "Wir werden die jetzigen Strahler ersetzen und LED-Beleuchtung anschaffen, denn irgendwann muss es ja wieder besser werden. Dann können wir etwa 60 Prozent an Energiekosten allen damit einsparen, wenn die Burg als unser Wahrzeichen wieder angeleuchtet wird", erklärt er.

Im nächsten Brand-Erbisdorfer Stadtrat sollen laut Oberbürgermeister Martin Antonow Maßnahmen zum Energiesparen in der Stadt besprochen werden. In der Stadtverwaltung gibt es ein Team, das Energiemanagement, das sich damit befasst. "In der Dienstberatung kommende Woche wird es erste Festlegungen geben", so der OB. Auch in Hainichen hat Bürgermeister Dieter Greysinger bereits reagiert: "Wir haben schon vor sechs Wochen die Beleuchtung von Rathaus und Trinitatiskirche abgeschaltet."

Am Barockschloss Lichtenwalde ist die Außenbeleuchtung bereits aus, ebenso an der Burg Scharfenstein. Im Ort Augustusburg ist die erste Reaktion von Bewohnern verständnisvoll. Christian Sahlmann vom Café Friedrich etwa sagt: "Es ist schade, dass die Augustusburg erstmal nicht mehr angestrahlt wird. Ich denke aber, jeder muss seinen Beitrag leisten." Im Schlosshotel Purschenstein in Neuhausen gehen die Lichter im Schlosshof nun eine Stunde vor Mitternacht aus. "Wir müssen nach Restaurantschluss unseren Gästen die Sicherheit garantieren, deshalb können wir nicht eher oder ganz abschalten", erläutert Hoteldirektorin Diana Kümmel. (mit hh)

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