Stippvisite bei den Profis

Die richtige Berufswahl fällt leichter, wenn junge Leute Erfahrungen in der Praxis sammeln können. Darauf setzen die Eppendorfer seit Jahren. In dieser Woche ging es für die Oberschüler um die Wurst.

Eppendorf.

Diese Tradition gibt es nicht nur im Erzgebirge: Am 24. Dezember wird in vielen Familien Bratwurst serviert. Schüler der Heiner-Müller-Oberschule Eppendorf haben jetzt einen Einblick bekommen, wie viele Handgriffe notwendig sind, bis eine solche Wurst fertig ist. Denn innerhalb der Berufsorientierung schauten sie zwei neuen Mitarbeitern der Fleischerei Seifert über die Schulter.

Geselle Lucas Baumann sowie Moritz Reichelt, der den Beruf im zweiten Jahr erlernt, zeigten unter anderem, wie Rind - und Schweinekeulen sowie Schweineschultern ausgelöst und schließlich zu grober Bratwurst verarbeitet werden. Außerdem beantworteten sie Fragen zum Beruf, wie zum Beispiel zu den Anforderungen, Verdienstmöglichkeiten und dem Ort der Berufsschule. Interessant war dabei: Beide Auszubildenden haben früher die Heiner-Müller-Schule besucht.

Der Exkursion der Oberschüler war ein besonderes Projekt vorangegangen. An der Bildungseinrichtung drehte sich in dieser Woche alles um die Berufsorientierung. "Das ist unsere Aktion zum bundesweiten Siegel-Day. An dem haben alle Schulen teilgenommen, die kürzlich das Qualitätssiegel für Berufliche Orientierung erhalten haben", sagte Julia Endler. Die 25-Jährige arbeitet seit Sommer in Eppendorf als Praxisberaterin und steht den Kindern und Jugendlichen in Sachen Berufsorientierung zur Seite. Die junge Frau kennt sich in der Region sehr gut aus. "Ich wohne hier und habe auch die Heiner-Müller-Schule besucht", sagte sie.

Die Schüler der einzelnen Klassenstufen beschäftigten sich mit verschiedenen Projekten: So erfuhren die Fünftklässler zum Beispiel etwas über das Bäckerhandwerk, halfen beim Backen von Mini-Stollen. Den Achtklässlern stellten Fachleute des Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verbandes die Berufsbilder dieser Branche vor. Die Siebtklässler hatten Exkursionen zu Ratiomat Leubsdorf, zur Bäckerei Möbius Oederan sowie zur Fleischerei Seifert. "Die Firmen waren zum Teil bei unserer Ausbildungsmesse im September mit dabei. Andere habe ich für unser Berufsorientierungsprojekt begeistert", sagte Endler.


Eppendorfer verteidigen ihr Siegel

Das Qualitätssiegel für berufliche Orientierung ist in Sachsen Ende November bereits zum 13. Mal verliehen worden. Zu den diesjährigen Ausgezeichneten gehören fünf Förderschulen, vier Oberschulen und ein Gymnasium. Insgesamt sechs Bildungseinrichtungen, darunter auch die Eppendorfer Oberschule, haben ihr Qualitätssiegel erfolgreich verteidigen können. "Das zeigt die Kontinuität und hohe Qualität der Berufsorientierung in Sachsen, die immer weiter Schule macht", hatte Kultusminister Christian Piwarz bei der Preisverleihung erklärt.

52 Schulen (32 Oberschulen, 16 Förderschulen, vier Gymnasien) tragen nun dieses Zertifikat, welches vier Jahre seine Gültigkeit behält. Nach dieser Frist müssen sich die Schulen um eine neue Zertifizierung bewerben. Die Preisträger erhalten eine Prämie von 1000 Euro. (ka)

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