Studie für neue Halle vorgestellt

Die beiden Eppendorfer Sportstätten entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Nun hat ein Architekt im Gemeinderat ein erstes Konzept für einen Neubau präsentiert. Wo dieser entstehen könnte, war auch Thema.

Eppendorf.

Die beiden Sporthallen in Eppendorf versprühen historisches Flair: Das Bauwerk an der Heiner-Müller-Schule wurde in den 1980er-Jahren errichtet, die kleine Turnhalle an der Karl-Liebknecht-Straße hat schon 112 Jahre auf dem Buckel.

Trotz mancher Investition sind die Unterrichtsbedingungen nicht optimal, auch weil die Schülerzahlen in der zweizügigen Grundschule über Jahre gestiegen sind. Sie liegen nun bei 142 Kindern, die in acht Klassen unterrichtet werden. 400 Jugendliche an der Oberschule kommen hinzu, in der bis auf eine Ausnahme dreizügig unterrichtet wird - Prognosen gehen davon aus, dass die Zahlen in den kommenden Jahren kaum geringer werden.

Deshalb hat sich der Gemeinderat Eppendorf in der jüngsten Sitzung erstmals intensiv mit der Idee beschäftigt, eine neue Sporthalle zu bauen. Architekt Uwe Kretzer stellte dafür eine Machbarkeitsstudie für eine Zweifeldersporthalle vor. Zunächst hatte der Fachmann über einen möglichen Standort referiert und dabei fünf Varianten in Betracht gezogen. "Wir haben die Möglichkeiten geprüft, den Neubau an zwei verschiedene Stellen auf dem vorhandenen Schulgrundstück, dem Sportplatz an der Oederaner Straße oder auf dem Grundstück der alten Sporthalle an der Karl-Liebknecht-Straße zu errichten. Doch dort gibt es entweder Platzprobleme, zum Teil schlechte Verkehrsanbindungen oder eine zu große Entfernung zur Schule", sagte Kretzer. Nun soll der Vorschlag weiterverfolgt werden, die Sporthalle hinter dem Penny-Markt an der Großwaltersdorfer Straße zu bauen.

Vorstellbar sei zudem, dass die vorhandene Sporthalle an der Schule später saniert und vor allem dem Grundschulsport dient. Das Gebäude an der Liebknechtstraße könnte für sporfremde Zwecke, wie zum Beispiel Ausstellungen oder Kulturveranstaltungen, genutzt werden. Die Investition in die Zweifeldhalle sei sowohl für den Schulsport, aber auch für Vereine wichtig. Wie Sportlehrer Norbert Kühn beispielsweise berichtete, sei eine Nachwuchs-Handballmannschaft insbesondere deshalb in Eppendorf zerbrochen, da sie ab einer bestimmten Altersklasse nicht mehr die Sporthalle in Eppendorf für Punktspiele nutzen durften. Die Spielfläche sei zu klein.

"Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass wir über ein Millionenprojekt reden. Allein die Errichtung der Halle dürfte rund drei Millionen Euro kosten; dazu kommen beispielsweise Erschließungs- und Projektierungskosten sowie die Einrichtung. Außerdem muss alles europaweit ausgeschrieben werden", sagte der Architekt. Immerhin winke eine Förderung in Höhe von 60 Prozent. Dies sei mit großem Aufwand verbunden. "Der eigentliche Bau ist vergleichsweise zügig erledigt. Aber der Weg bis zum ersten Spatenstich ist sehr weit", brachte es der Bauexperte auf den Punkt.

Auch Bürgermeister Axel Röthling (SPD) erteilte allen Vorstellungen, vielleicht in zwei Jahren die Übergabe zu feiern, eine Absage. "Wir werden bei diesem Projekt keinen Sprint absolvieren, sondern eher einen Marathon zurücklegen", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Architekt Uwe Kretzer wurde vom Rat beauftragt, die Variante hinter dem Pennymarkt genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu einem späteren Zeitpunkt konkretere Zahlen und Fakten auf den Tisch legen zu können.

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