Suche nach vermisster Wilma B.: Polizei durchkämmt Wald in Niederwiesa

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Am 9. Juni verschwand die 53-jährige Wilma B. spurlos aus dem Klinikum Chemnitz. Seither gab es mehrere Hinweisen, aber bislang gibt keine konkrete Spur. Die Polizei durchsuchte mit einem Großaufgebot am Dienstag vom Naturbad Niederwiesa aus den Wald in Richtung Chemnitz.

Niederwiesa.

Mit einer weiteren groß angelegten Aktion hat die Polizei am Dienstag die Suche nach der seitmehr als acht Wochen vermissten Wilma B. fortgesetzt. Vom Naturbad Niederwiesa aus durchkämmten 57 Schüler der Polizeifachschule Chemnitz den Zeisigwald in Richtung Chemnitzer Stadtgrenze. Der Waldrand zum Feld hin begrenzte das rund 100 Hektar große Suchgebiet auf der einen Seite, die B 173 auf der anderen. Trotz zahlreicher Hinweise gibt es bislang keine konkrete Spur für die Suche nach der 53-jährigen Frau, die am 9. Juni aus dem Klinikum Chemnitz an der Dresdner Straße verschwunden ist.

Wie Kriminalhauptkommissar Heiko Heilmann (60) aus dem Bereich Fahndung der Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz sagte, sei der gesamte Zeisigwald in Chemnitz bereits durchsucht worden, außerdem das Bahnhofsgelände, die Gartenanlagen, Brachen und leerstehenden Gebäude entlang der Dresdner Straße. Es sei mit Hunden gesucht worden und mit Unterstützung eines Hubschraubers. Trotzdem blieb die Suche nach Wilma B. bislang erfolglos.

Die Suchaktion am Dienstag begann 8 Uhr. Die Schüler des ersten Ausbildungsjahres der Polizeifachschule Chemnitz bildeten am Eingang zum Wald eine breite Kette. Sie sind mit speziellen Suchstöcken aus Aluminium ausgerüstet, haben Verpflegung und Mineralwasser dabei. Jede der sechs Gruppen wurde von einem Gruppenführer geleitet, die untereinander ständig im Funkkontakt standen, um die Vorwärtsbewegung der Gruppen zu koordinieren. "Nach links verdichten" oder "auf die Abstände achten", schallten die Stimmen der Gruppenführer durch den Wald, der an dieser Stelle vor allem aus dichtem Unterholz besteht. Immer wieder muss die Suchlinie zugewachsene Senken durchqueren. Zielstellung ist, dass die gerade Suchlinie und die geringen Abstände zwischen den einzelnen Polizeischülern erhalten bleiben. Entscheidend sei, dass bei solchen Suchaktionen in Laufrichtung keine leeren Streifen entstehen, sagt Polizeisprecher Ingo Kutsch. Er hat während seiner Ausbildung selbst einmal an der Suche nach einem Beweisstück in Leipzig teilgenommen. Solche Einsätze im unwegsamen Gelände mit einem realen Hintergrund seien ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung, sagt Kutsch.

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wilma B. gefunden wird? Heiko Heilmann sagt, er habe bei jedem Einsatz die Hoffnung, dass eine vermisste Person gefunden, der Fall damit abgeschlossen wird und die Angehörigen von quälender Ungewissheit befreit werden. Neben Wilma B. bearbeitet Heilmann aktuell zwei weitere ähnlich gelagerte Vermisstenfälle. Der erfahrene Kriminalhauptkommissar erinnert auch an den Fall Johanna Tuchscherer. Die damals 88-jährige Frau verschwand am 8. Juni 2013 mit ihrem Rollator aus einem Pflegeheim in Chemnitz-Altendorf. Trotz Zeugenaufrufen, vieler Hinweise und Suchaktionen wurde die Seniorin bis heute nicht gefunden. Ihr Rollator blieb ebenfalls verschwunden.

Auf die Frage, wie lange die Suchaktion in Niederwiesa dauern wird, hob Heiko Heilmann am Morgen noch die Schultern. "Das lässt sich nicht vorhersagen. Ein Fund würde ja weitere polizeiliche Maßnahmen erfordern. Das dauert dann schnell mal bis in die Nachtstunden." Gedauert hat der Einsatz schließlich bis zum Nachmittag. Die Suchaktion nach Wilma B. am gestrigen Dienstag blieb erneut ohne Ergebnis. Es wird voraussichtlich nächste Woche einen weiteren Einsatz mit zwei Klassen der Polizeifachschule in Niederwiesa geben. Sogenannte weiße Flecken auf der Such-Karte sind noch der Zeisigwald, der am Dienstag durchforstet wurde bis hinüber zum Eisenbahnmuseum in Hilbersdorf sowie ein Waldstück zwischen Zapfenbach und Auenbach im Bereich der Ziegeleiteiche in Niederwiesa.

 

Die Vermisste ist 1,70 Meter groß, schlank und hat kurze, dunkelblonde Haare. Zuletzt war sie sportlich gekleidet, trug eine rote Jacke und möglicherweise eine kleine, weinrote Handtasche. Das Polizeirevier Chemnitz-Nordost bittet um Hinweise, Telefon 0371/387 102.

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