Technikveteranen für die ganze Familie

Auf dem Teilemarkt im Steinbruch wuchs zusammen, was zusammengehört. Und die Besucher des Oldtimer-Treffens in Augustusburg am Tag der Deutschen Einheit waren sich einig: Das hat sich gelohnt.

Augustusburg.

Trotz heftigen Windes und vereinzelter Regentropfen haben rund 5500 Besucher und 635 Teilnehmer einen Ausflug zum 28. Oldtimer-Herbst-Treffen auf Schloss Augustusburg unternommen. Neben den vielen historischen Fahrzeugen mit zwei, drei und vier Rädern, die oben auf dem Schlossgelände geparkt und bestaunt wurden, boten unten im Steinbruch jede Menge Händler ihre Waren feil. Auf dem Teilemarkt wurde stets gefachsimpelt und meist auch gefeilscht, bevor alte, teils verrostete Schrauben, Getriebeteile, Vergaserdüsen, Felgen, ein AWO-Tank oder sogar ein liebevoll hergerichtetes Moped SR 2 den Besitzer wechselten.

Auf das Schloss durften nur Fahrzeuge bis Baujahr 1970. Die ersten 500 Teilnehmer ergatterten einen der begehrten Stellplätze im Innenhof des Schlosses. Zwischen den vielen rollenden Raritäten hatten sich auch Rudolf und Anita Lehmann aus Lengefeld einen guten Platz für ihren BMW Dixi gesichert. "Ich bin seit 28 Jahren bei diesem Traditionstreffen in Augustusburg dabei", sagt der 74-Jährige. Sein 1929 erbautes Auto hatte er vor Jahrzehnten einem Studenten in Radeberg abgekauft. "Das Auto war damals voll mit Blumenkästen und in einem üblen Zustand", berichtet der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker. Er brachte den Wagen wieder in Schuss und machte ihn zu einem echten Hingucker. "Der Motor ist noch original. Höchstgeschwindigkeit 120, aber in zwei Stunden", meint der Oldtimer-Fan augenzwinkernd. Über der Motorhaube prangt ein Lederriemen, der voll mit Abzeichen von Veteranenrallyes beklebt ist. "Das sind alles Erinnerungsplaketten. Ich habe bestimmt an über 50 Rallyes teilgenommen. Eine der schönsten war 1970 ein Dixi-Treffen in Berlin", so der Lengefelder. Copilotin in all den Jahren war seine Frau Anita, die auch gestern wieder auf dem Beifahrersitz saß. "Der Dixi war das erste deutsche gebrauchsfähige Kleinfahrzeug. Die Werbesprüche lauteten ,Innen größer als außen' oder ,Der ideale Wagen für Geschäftsreisende", sagt Rudolf Lehmann.

Imo Hermann und Tino Köcher hatten ihre Oldtimer-Motorräder im kleinen Innenhof geparkt. Die beiden Männer fielen wegen ihren langen, blonden Perücken auf, die unter den Helmen nicht zu übersehen waren und durch den Wind ständig ins Gesicht flogen. "Wir sind gestern auf einer 80er-Jahre-Party in Otterwisch bei Leipzig gewesen und sind heute Morgen direkt nach der Feier nach Augustusburg gefahren", berichtet Hermann. Seine Schlaghosen hatte er noch unter der Motorradkombi an. "Die Perücken haben wir gleich unter dem Helm gelassen. Die wärmen schön", so der Biker. Die gut gelaunten Partylöwen reisten mit einer EMW R 35, Baujahr 1952, und einem D-Rad R 10 S aus dem Baujahr 1952 an. "Ich suche auf dem Teilemarkt ein spezielles Öl für mein Motorrad, weil ich heute Nachmittag noch einen Ölwechsel machen will. Die Fahrt nach Augustusburg war die letzte Tour für dieses Jahr."

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des Oldtimer-Treffens zeigte sich auch Schlosschefin Patrizia Meyn. "6000 Gäste zum heutigen Treffen sind ein sehr gutes Ergebnis. Der Hof war gut gefüllt, und das Wetter hat zum Glück mitgespielt." Besonders habe sie sich darüber gefreut, dass viele Familien mit Kindern nach Augustusburg gekommen waren.

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