Trockenheit macht Bogen um Börnichen

Die Neuerungen haben dem Enduro-Klassiker gutgetan. Fans und Fahrer sind auf ihre Kosten gekommen. Zwei Teams aus dem Erzgebirge stellen fast ein Drittel des gesamten Starterfeldes. Der Fahrtleiter war ebenfalls zufrieden.

Zschopau.

Dass die Geländefahrt diesmal "verkehrt herum" ging, kam dem Versorgungsposten im Hübler-Busch mehr als gelegen. So hatte die emsige Truppe am Samstagmorgen noch ausreichend Zeit, das defekte Notstromaggregat zu wechseln, um fröstelnde Besucher mit Heißgetränken versorgen zu können. Während auf der Sonderprüfung in Venusberg die Hatz um Bestzeiten schon längst entbrannt war, wurden an Streckenposten in Waldkirchen noch in aller Ruhe Bergehaken verteilt. Die brauchten die Jungs dann auch, als ab 9.30 Uhr die Fahrer den Steilhang im Hübler-Busch erklommen. Denn die Passage hatte es in sich.

Das traf auch auf das berüchtigten Schlammloch in Börnichen zu. Denn um das hatte der trockene Sommer offenbar einen Bogen gemacht. Extra gewässert worden sei es nicht, versicherten die Börnichener. Vielleicht lediglich etwas angestaut. Als zu Beginn der zweiten Runde die XXL-Sule neu abgesteckt wurde, schüttelte selbst Vorfahrer Marcus Kehr den Kopf. Auf der Suche nach einer Spur kam das Gros der A-Lizenz-Fahrer in den Genuss eines Moorbades. Einige Maschinen steckten bis zur Sitzbank im Schlamm fest. Zuschauern, die dort in der ersten Reihe standen, konnte man das noch am Abend im Festzelt ansehen.

Viel Beifall erntete auch Nathalie Heistermann, als sie sich zum zweiten Mal tapfer über das Prolog-Areal in Hohndorf quälte. Dabei erhielt die Dame aus Regis-Breitingen Begleitschutz von bis zu fünf Helfern. Auf ihre Kosten kamen die Fans auch an den Cross-Tests in Krumhermersdorf und Witzschdorf. Am Truschbach führte die Prüfung zwar nicht wie zur WM durch den Steinbruch, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Dort wie auch zur letzten Prüfung ab 15.15 Uhr im einstigen MZ-Neuwerk hatten die Spitzenfahrer bis zum Schluss die Messer zwischen den Zähnen.

Die beiden Senioren Mirko Knorr aus Eppendorf und Dirk Grocholski aus Grumbach ließen sich da bereits ein Feierabendbierchen auf dem Altmarkt schmecken.


Zahlen des Tages

357 Fahrer sind am Samstag bei "Rund um Zschopau" in den Klassen Enduro 1 (12 Starter), 2 (18) und 3 (16), Junioren-Pokal (14) und -Cup (8), Enduro 1B (29), 2B (72) und 3B (75), Senioren- (64) und Super-Senioren- (43) sowie Damen-Cup (6) an den Start gegangen. 289 von ihnen erreichten das Ziel in Wertung, 68 nicht. Das entspricht einer Ausfallquote von 19 Prozent.

115 Starter und damit fast ein Drittel des gesamten Starterfeldes wurden von den beiden Teams MC Mittleres Erzgebirge und KTM Sturm betreut. Allein 55 standen auf der Liste von Peter Thiele (MC MEK/Enduro Fleischer). "20 sind es ständig während der Saison, aber für unsere Heimveranstaltung haben wir immer viele Anfragen, etwa auch aus Österreich", so der 54-jährige Gelenauer.

22 Fahrer waren für das Sturm-Team unterwegs, insgesamt 60 wurden vom "Familienbetrieb" betreut. "Wir Erzgebirger haben das fest in der Hand", schmunzelte Harald Sturm, der sich am Ende über fünf Titel mit seinem Team freuen durfte.

30 Jahre ist es her, dass Ole Fleischer (54, Foto) mit einer seriennahen 500er-"Dampframme" bei "Rund um Zschopau" in seiner Klasse den Siegerpokal holte. Diesmal musste der Super-Oldie (über 50 Jahre) frustriert zuschauen. "Vor drei Wochen stand mir beim Lauf in Streitberg ein Baum im Weg. Ich habe mir fürchterlich die Rippen geprellt und muss diesmal eben zwangspausieren", ärgert sich der Gelenauer. (mh/hd)

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