Vom Umgang mit Modellmaßen

Foyertreppe, Bushaltestelle und Eingangstafel - in drei Gruppen motzen Schüler des Flöhaer Pufendorfgymnasiums ihre "Penne" auf. Sie beteiligen sich am Projekt "Architektur macht Schule".

Flöha.

Warum Modellbau? Mit dieser Frage startet Rico Ulbricht die neue Runde bei "Architektur macht Schule" am Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium in Flöha. Und der Stadtplaner von der Stadtverwaltung Mittweida gibt auch gleich die Antwort. "Um dem Nutzer eine Entwurfsidee darzustellen." Gebannt hängen acht Schüler an seinen Lippen. Unter Ulbrichts Anleitung unternehmen die Acht- und Elftklässler ein Jahr lang einen Ausflug in die Welt der Baukultur.

Den Nachwuchs für diese zu begeistern und das Bauwesen als Berufsfeld vorzustellen - auf diese Idee kamen der Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal und die Stiftung sächsischer Architekten. In der hiesigen Leader-Region beteiligen sich drei Schulen an dem Projekt: das Martin-Luther-Gymnasium in Frankenberg, die Heinrich-von-Trebra-Oberschule Marienberg und das Pufendorfgymnasium. Nachdem die Flöhaer die graue Foyertreppe, die angenagte Eingangstafel und die ungemütliche Bushaltestelle vorm Gymmi als Objekte ihrer Erneuerung auserkoren hatten, brachten ihnen Rico Ulbricht und die Lehrerin Lisa Marie Herold zunächst alles über Maßstäbe bei, und wie man mit ihnen rechnet. Dann hatten die Schüler die Originalmaße genommen. "Die habe ich alle in den Computer übertragen und in die 3D-Software gepackt", erklärt Ulbricht. "Nun wählen wir passende Maßstäbe aus. Und heute fangen wir an, die Modelle zu bauen."

Die Treppe zum Beispiel empfinden die Gymnasiasten im Maßstab 1:20 nach. Eine Stufe ist im wahren Leben 34 Zentimeter hoch. "Das sind bei unserem Maßstab 1,7 Zentimeter, also so stark wie eine dieser Dachlatten", erklärt der Stadtplaner und zeigt auf ein bereitliegendes Bündel. Levin und Colin legen los und bringen die Holzlatten auf die richtige Länge. "Ich bin schneller fertig", freut sich Colin über seinen Vorsprung im Wettstreit mit der Säge.

Jonah dagegen bekommt es mit "Kapafix" zu tun. Das ist eine Hartschaumplatte. "Ich übertrage die Profile der Bushaltestelle darauf", erklärt der 13-Jährige. Die sind im Original fünf Zentimeter dick, beim Maßstab 1:10 passt die fünf Millimeter dicke Platte perfekt. "Modellbau ist auch Mathematik", sagt Ulbricht. Großes Gelächter. "Ich muss das dann ausschneiden", sagt Levin und zückt ein Messer. "Es ist entscheidend, ordentlich zu cuttern", erklärt Rico Ulbricht.

Jonah verspricht, einige Teile zu Hause herzustellen und zur nächsten Projektstunde mitzubringen. "Mein Bruder und ich haben zu Weihnachten einen 3D-Drucker geschenkt bekommen", erzählt der Schüler. Ein paar kleinere Modelle hätten die beiden bereits gedruckt, so zum Beispiel ein Schiff.

Die Modelle der Schüler sind auch bei der Kunst-Nacht des Gymnasiums am 8.Februar zu sehen. Von 18 bis 21.30 Uhr erwartet Besucher ein Spektrum von Theater über Holzkunst bis Musik. Eintritt frei, Spende erbeten.

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