Von der Waterkant Richtung Erzgebirge

Uwe Brückner aus Niederwiesa fährt einen Hanomag. Den Traktor hat er vor sechs Jahren gekauft und seither restauriert. Nun ist er fertig.

Niederwiesa.

Der Traktor von Uwe Brückner aus Niederwiesa kennt vermutlich jede Grünfläche in der Hansestadt Hamburg. Sicher ist der Schlepper auch schon am Fischmarkt in Altona oder am Tenniskomplex am Rothenbaum gewesen, kennt die Reeperbahn, ist durch den Botanischen Garten in Wandsbek oder den Tierpark Hagenbeck gefahren. Bei der großen Sturmflut 1962 war der Traktor bestimmt auch im Einsatz. Dieser Hanomag R 217, Baujahr 1957, war nämlich 14 Jahre im Dienste der Stadt Hamburg unterwegs. "Aus den Papieren geht hervor, dass er von 1957 bis 1971 als kommunales Fahrzeug für die Freie und Hansestadt Hamburg angemeldet war", berichtet Uwe Brückner. Der 56-Jährige hatte sich vor sechs Jahren diesen Schlepper - als nun dritter Besitzer - von einer Privatperson aus der näheren Umgebung von Hamburg gekauft.

"Mein Vater Manfred und ich sind schon immer technikverliebt gewesen. Es war viele Jahre ein Traum, einen eigenen Traktor zu haben", sagt der Niederwiesaer. "Von klein auf war ich daran gewöhnt, an Fahrzeugen herumzuschrauben", so der Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik. Seinem Vater Manfred Brückner gehörte bis vor etwa 15 Jahren eine Trabant-Werkstatt in Niederwiesa.


Über eine Annonce sei man an den Zwei-Zylinder-Diesel-Traktor mit 17 PS und 1,4 Liter Hubraum gekommen. Der Vorbesitzer hatte Blechteile von einem Hanomag R 16 an diesem Traktor verbaut. "Dadurch wirkt er etwas älter. Im ersten Jahr haben wir technisch alles wieder in Ordnung gebracht, sodass er auch eine Oldtimerzulassung bekam", so Brückner. Jederzeit konnte er sich auf die tatkräftige Hilfe und das Wissen seines Vaters verlassen. Hin und wieder gab es eine kleine Ausfahrt mit der Familie. Diese und auch einige alte Motorräder, die ihm gehören und für die Sommerzeit immer auf Vordermann gebracht wurden, nahmen oftmals viel Zeit in Anspruch - Zeit, die fehlte, um den Hanomag weiter aufzuhübschen.

"Letzten Herbst haben wir uns dann an die Optik des Traktors gewagt", sagt Brückner. Über das Internet konnten sie bei einem Händler die Originalfarbe des Traktors ausfindig machen. Jetzt strahlt der Schlepper wieder in der Farbe: "Hanomag-Blau alt".

"Der Traktor strahlt deshalb so schön, weil er nicht im Feldbau eingesetzt wird. Wir nutzen ihn nur zum Spaß für Ausfahrten." Das Traktortreffen in Schellenberg war die erste große Probeausfahrt, nachdem der Schlepper nun fertig restauriert ist. "In Zukunft möchte ich bei regionalen Treffen auch gerne mitfahren. Es darf nur nicht allzu weit weg sein, denn die maximale Geschwindigkeit beträgt 20 Stundenkilometer", so Uwe Brückner.

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