Warum die "Rappelkiste" Mut macht

"Zusammen schaffen wir es" sind sich die jüngsten Braunsdorfer sicher. Mit ein paar Blättern Papier bringen sie mehr Zuversicht ins Dorf.

Braunsdorf.

Die Auswirkungen der Coronapandemie hat das Stimmungsbarometer in den vergangenen Wochen nicht nur bei der mittelsächsischen Bevölkerung sinken lassen. Doch jetzt haben die jüngsten Einwohner von Braunsdorf gemeinsam mit ihren Eltern eine Aktion gestartet, die für bessere Laune und Zuversicht sorgen soll. Seit Anfang dieser Woche hängt im Niederwiesaer Ortsteil am Zaun der Kindertagesstätte "Rappelkiste" eine ganz besondere Wimpelkette. Darauf ist der Satz "Zusammen schaffen wir es" zu lesen.

"Ich habe extra nach einer Formulierung gesucht, die etwas aufmuntern und motivieren soll", sagt Julia Schönherr, deren jüngster Sohn die Kita besucht und die als Initiatorin des Projektes gilt. Bei der Umsetzung konnte sich die Braunsdorferin auf ein breite Unterstützung verlassen. Die einzelnen Buchstabenblätter haben die Familien zu Hause gestaltet und dann in den Briefkasten von Julia Schönherr geworfen, die schließlich die Papierblätter laminierte und alles zusammenfügte. "Wir haben versucht, fast so viele Buchstaben in den Satz zu packen, wie Kinder betreut werden", verrät Julia Schönherr. Normalerweise sind das 27 Mädchen und Jungen, um die sich vier Erzieherinnen kümmern.

Julia Schönherr will mit der Aktion auch ein Zeichen setzen. "Wir möchten in unserem Ort zeigen, dass wir gerade in der aktuellen Situation zusammenhalten und haben dafür einen ersten Schritt gemacht. Vielleicht ist es ein guter Anfang und andere Grundstückseigentümer ziehen mit ähnlichen Vorhaben nach", hofft die Mutter von zwei Kindern.

Sie sei sich sicher, dass die Botschaften auch gelesen würden. "Gerade an den Wochenenden sind sehr viele auswärtige Leute bei Spaziergängen und mit offenen Augen im Dorf unterwegs", ist sie überzeugt.

Holger Maywirth begrüßt die Aktion. "Ich war positiv überrascht, als ich die Information darüber erhielt. Es ist sehr schön, dass junge einheimische Familien in dieser trostlosen Zeit etwas Optimismus verbreiten", sagt der Braunsdorfer Ortsvorsteher.

Auch in der Vergangenheit haben bereits Eltern, deren Nachwuchs in der Kindereinrichtung betreut werden, immer wieder Eigeninitiativen entwickelt, um das Umfeld der Kita zu verbessern. So erklärte sich zum Beispiel im vergangenen Sommer ein Vater bereit, die in die Jahre gekommene und nicht mehr reparierbare hölzerne Gartenbahn neu nach dem Original nachzubauen. Weitere Eltern halfen mit, um sie auch mit frischer Farbe zu versehen und wieder auf dem Grundstück aufzustellen.

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