Warum ein Eubaer nicht die Firma übernahm

Robert Mehner erklärt in seinem Erstlingswerk den Weg in ein sinnerfülltes und erfolgreiches Leben. Ist das wirklich so einfach?

Chemnitz/Annaberg.

Wenn seine Kinder im Bett lagen, setzte er sich an seinen Laptop. Zweieinhalb Jahre lang - jeden Montagabend. Robert Mehner wollte seinen Mitarbeitern einen Leitfaden für ein erfolgreiches Leben und Arbeiten an die Hand geben. "Nachdem ich die ersten Exemplare verteilt hatte, kamen immer mehr Anfragen, auch von außerhalb der Firma", erzählt der 38-Jährige Leiter eines Unternehmens für Finanzdienstleistungen, der aus Euba stammt. Er ließ fünftausend Exemplare drucken. Das war im Juli.

"Anfangen erfordert Mut - Durchhalten bringt Erfolg!", lautet der Titel seines Erstlingswerkes. Ob es nicht schon genug Ratgeber gibt, die den vermeintlichen Weg zum Erfolg versprechen?

In der Tat ist die Nachfrage nach Ratgebern dieser Art groß. Das bestätigt unter anderem auch Heike Baumert, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Flöha, auf Nachfrage. Doch würden sich die Ratgeber meist auf ein bestimmtes Themenfeld beziehen, wie zum Beispiel Bewerbung, Studium, Erziehung oder Gesundheit, sagt sie. "In meinem Buch habe ich alles, was mir aus den anderen Büchern am Wichtigsten erschien sowie meine eigenen Erfahrungen einfließen lassen", erklärt der zweifache Familienvater. Man könnte auch meinen, er habe seine eigene Erfolgsgeschichte aufgeschrieben.

Rückblick: Robert Mehners Eltern besaßen in Euba ein Baugeschäft. Deshalb absolvierte der junge Mann nach dem Besuch der Oberschule Niederwiesa eine Ausbildung zum Gas-Wasser-Installateur. Er sollte die Geschäfte übernehmen. Das war der Plan. Doch Pläne müssen manchmal geändert werden. Während seiner Ausbildung sei ihm klar geworden, dass diese Arbeit ihn auf Dauer nicht glücklich machen würde. "Ich habe den größten Respekt vor handwerklich tätigen Menschen und freue mich, wenn diese ihren Beruf lieben", sagt Mehner, der mit seiner Familie jetzt in Königswalde bei Annaberg zuhause ist.

Genau da setzt seine sogenannte "Kleeblatt-Strategie" an. Die vier Blätter des Kleeblattes stehen für vier Lebensbereiche und deren Zusammenspiel. Einer der Bereiche betrifft das Thema "Beruf, Karriere, Einkommen, Vermögen". Dazu schreibt der Hobbyautor: "Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag mehr zu arbeiten". Er selbst lebt danach.

Nach dem erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung wechselte er in den Vertrieb. Machte Anfang der Nuller Jahre eine weitere Ausbildung, und zwar zum Finanzberater. Der Verkauf, Beratung, der Umgang mit Menschen und Weiterentwicklung erfüllten sein Berufsleben. Im Jahr 2008 machte er sich mit seinem eigenen Unternehmen selbstständig. Damals startete er mit acht Mitarbeitern, heute sind es bereits über sechzig an neun Standorten. Sagt er.

"Ich weiß, es ist nicht jeder dafür gemacht, selbstständig zu sein. Aber zumindest sollte man einen Beruf haben, den man liebt und der einem gleichzeitig die Möglichkeit bietet, sich zu verwirklichen", rät Mehner.

Er selbst ist seit zwölf Jahren verheiratet und hält den Beziehungszustand für eine weitere wichtige Säule des Glücklichseins. Egal, ob Single oder in einer Beziehung - glücklich solle man dabei sein. Die zwei weiteren Bereiche betreffen Soziales und die eigene Gesundheit.

Mehners These: Man sollte sich nur mit Menschen umgeben, die einem gut tun und die einen weiter bringen. Aber auch auf sich selbst Acht geben. Denn nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Mehner glaubt, wenn man wenigstens achtzig Prozent in jedem der Bereiche, also in jedem Kleeblatt erreicht, ist das die Basis für ein glückliches Leben. Das alles geht natürlich nur, wenn man sich in jedem Bereich Ziele setzt.

Robert Mehner hat seine Ziele für die nächsten fünf Jahre gerahmt über dem Bett hängen - damit er sie jeden Morgen vor Augen hat. "Ich habe zum Beispiel vor einigen Jahren begonnen, Laufen zu gehen. Dadurch habe ich mein Wunschgewicht erreicht. Dazu gehört jedoch ein fester Zeitplan und Durchhaltevermögen. Das lässt sich bei jedem Ziel anwenden", sagt er. Für die nächsten Monate wird er jeden Montagabend, wenn die Kinder schlafen, am Laptop sitzen und schreiben. Sein zweites Buch soll eine Finanzplanungsfibel werden.

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