Warum Tierfreunde ihre Hunde beerdigen lassen

Die Anzahl von Besitzern, die die ihre verstorbenen Haustiere begraben wollen, steigt. Auch deshalb wird auf einem Areal in Neukirchen jetzt neu und umgebaut.

Neukirchen.

Für viele Menschen sind ihre Haustiere wie Familienmitglieder, deren Tod nicht selten eine Lücke in den Alltag reißt. Einige Besitzer wünschen sich zur Erinnerung an ihr Tier eine würdevolle Ruhestätte, wie es sie etwa auch auf dem Tierfriedhof Neukirchen gibt.

Eröffnet wurde er 1994 von Johanna Bürger und war damit die erste Anlage ihrer Art in Sachsen. Seit 2010 betreibt Romeana Milewski das etwa 1500 Quadratmeter große Areal, auf dem derzeit etwa 200 Haustiere beerdigt sind, darunter Reptilien, Nagetiere, Hunde, Katzen und Vögel. Die Beerdigungen laufen in ähnlicher Weise wie die Bestattungen von Menschen ab.

"Seit 2010 bieten wir auch die Möglichkeit der Einäscherung an", erklärt Milewski. Seitdem nehmen viele Tierbesitzer die Urnen auch mit nach Hause. Dadurch sind zwar mittlerweile weniger Gräber auf der Anlage vorhanden, sie wirkt dafür aber nun auch parkähnlicher. "Zusammen mit der Kremierung wurden es allerdings insgesamt im Lauf der Zeit mehr Bestattungen", berichtet die 42-Jährige Chemnitzerin, die deshalb auch einen neuen, größeren Geräteschuppen für 10.000 Euro bauen lassen möchte. Die Mindestpachtzeit für ein Grab auf dem Tierfriedhof beträgt fünf Jahre. Danach kann die Frist verlängert werden. "Die Anlage ist zudem immer geschlossen und nur die Trauernden erhalten mit einem Schlüssel Zutritt", erläutert Milewski weiter.

Die Chemnitzerin erklärt, dass der Pächter mit der weitesten Anreise aus Weinböhla stamme. Nicht so weit haben es Jutta und Wolfgang Kürsten aus Chemnitz. Die beiden beerdigten auf dem Friedhof ihre drei Shih Tzu Hunde: den ersten 1999, den zweiten 2012 und den dritten 2015. Sie starben alle eines natürlichen Todes und wurden zwölf beziehungsweise 14 Jahre alt. "Wir wollten unsere Hunde nicht an eine Tierkörperbeseitigungsfirma geben und auf unserem Grundstück konnten wir sie nicht beerdigen", erklären die beiden 80-Jährigen. Sie besuchen etwa einmal pro Woche das Grab, pflegen es dabei immer und erinnern sich an alte Zeiten zurück. "Ich habe wegen unserem ersten Hund extra verkürzt gearbeitet. Anfangs hatte ich ihn bei unserem Nachbar gepflegt, der sich nicht mehr um ihn kümmern konnte, bis wir ihn ihm schließlich ganz abgekauft haben", sagt Jutta Kürsten.

Trotz des großen Schmerzes über den Verlust eines Haustieres, bleiben die meisten ehemaligen Besitzer ihrer Liebe zu den tierischen Gesellen treu. "Fast jeder zweite Trauernde erzählt, dass er sich nie wieder ein Haustier zulegen möchte", berichtet Milewski und fährt fort: "Aber 80 Prozent schaffen sich nach einer gewissen Zeit doch wieder ein Haustier an."

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