Was hat zum Brand in Flöha geführt?

Ein Dachstuhlbrand hat in der Nacht zum Mittwoch in Flöha für Aufruhr gesorgt. Bauarbeiten könnten Auslöser für das Feuer im Rohbau an der Augustusburger Straße sein.

Flöha.

Die Flammen, die aus dem Dach schlugen, waren kilometerweit sichtbar. 23.25 Uhr ging am Dienstagabend der Notruf in der Chemnitzer Rettungsleitstelle ein. Der Dispatcher dort alarmierte Polizei und Feuerwehr, die zum Einsatzort - dem Rohbau eines mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses an der Augustusburger Straße/Ecke Talstraße - fuhren.

"Wir sind mit 30 Kameraden und fast dem kompletten Fuhrpark ausgerückt. Als wir ankamen, stand ein Teil des Dachgeschosses in Flammen", sagte Matthias Richter am Mittwochvormittag. Dort sei das Feuer in der Nacht auch ausgebrochen. Das Fatale: Obwohl sich der Einsatzort knapp 300 Meter Luftlinie von der Feuerwache befindet, war der Anfahrtsweg für die Flöhaer wegen der im Bau befindlichen Kirchenbrücke über die Ortsumgehung fast sechs Kilometer lang. Für die Einsatzkräfte der Angriffstrupps, die mit Atemschutz über das Gerüst zum Brandherd hochklettern mussten, sei es gefährlich und unübersichtlich gewesen, so der Wehrleiter weiter.

Matthias Richter forderte zur Unterstützung die freiwilligen Feuerwehren aus Falkenau und Niederwiesa an. Über mehrere Stunden kämpften knapp 60 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Aber da man den Brand von zwei Seiten, einschließlich der Drehleiter, bekämpfen konnte, habe man sehr effektiv vorgehen können, sagte Matthias Richter. Gegen 3 Uhr konnten die Feuerwehrleute wieder abrücken.

Am Mittwochmorgen aber alarmierten Polizeibeamte noch einmal die Feuerwehr: Im Dachbereich, in dem Dämmmaterial verbaut ist, war das Feuer erneut aufgeflammt. Matthias Richter: "Die Besatzung eines unserer Tanklöschfahrzeuge rückte aus, um diese Stelle abzulöschen." Gegen 8 Uhr endete für die Flöhaer Einsatz Nummer 2.

Die Nachricht vom Brand mitten in der Stadt sprach sich schnell herum. Über die "Freie Presse" waren die Anwohner in der Nacht noch informiert und aufgefordert worden, wegen der starken Rauchentwicklung die Fenster zu schließen. Warum das Feuer im Dachgeschoss entstanden war, diese Frage zu beantworten, ist nun Aufgabe der Brandursachenermittler der Polizei. "Nach derzeitigem Kenntnisstand wird von einer fahrlässigen Brandentstehung im Zusammenhang mit am Dienstag stattgefundenen Bauarbeiten ausgegangen", hieß es am gestrigen Abend von der Polizeidirektion. Verletzt worden sei niemand. Angaben zur Schadenshöhe lägen derzeit noch nicht vor.

Der Flöhaer Bauunternehmer Ali Günes, der das Grundstück an der B 180 vor vier Jahren gekauft hatte, machte sich am Morgen geschockt ein Bild vom Schaden. Zu diesem Zeitpunkt konnte er sich nicht erklären, wie das Feuer im Rohbau entstehen konnte. Eigentlich sollte das Gebäude im November fertiggestellt sein. Bis zum Nachmittag hatten Dachdecker dann die Brandlöcher verschlossen. (mit mbe)

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