Was tun, wenn's brennt in 20 Jahren?

Oberster Feuerwehrmann empfängt Regierungschef

Mittweida/Naundorf.

Jahrelang hatte die Feuerwehr im Striegistaler Ortsteil Naundorf ein Platzproblem. Das Gerätehaus quoll aus allen Nähten. Das 2015 in Dienst genommene Tragkraftspritzenfahrzeug passte schon gar nicht hinein und wurde auf einem Privatgrundstück untergebracht. Bis endlich 2018 ein neues Gerätehaus fertig wurde. Dort trifft am heutigen Freitag Michael Tatz (Foto), der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Mittelsachsen, mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zusammen, um über die Lage der Feuerwehren im Kreis zu reden.

Naundorf steht dafür exemplarisch. Jahrelang gab es nicht nur dort, sondern bei den Wehren überhaupt einen Investitionsstau, sagt Tatz. Unter Kretschmer dann wurde die Förderung verdoppelt. "Der Weg ist richtig und findet unter den Wehren auch Anerkennung", sagt Tatz. Obwohl die Zeit davor nachhänge und eigentlich noch mehr Förderung notwendig sei, sieht er den hiesigen Verband gut aufgestellt.

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Probleme verschweigt Tatz nicht. Tagsüber habe eine Vielzahl der Wehren Schwierigkeiten, mit voller Mannschaft auszurücken. Tatz: "Hier spielen auswärtige Arbeitsorte eine entscheidende Rolle." Und der demografische Wandel schreitet fort. "Auch in 20 Jahren werden wir auf ehrenamtliches Engagement setzen", sagt Tatz. Aber es brauche neue Wege, um flächendeckende Tageseinsatzbereitschaft zu sichern. Ob durch Einbindung hauptamtlicher Retter oder durch Brandschutzzweckverbände, das lasse sich noch nicht vorhersagen.

Mit Kretschmer will er über die aus seiner Sicht mangelhafte soziale Absicherung der Retter sprechen. "Ich habe wenig Verständnis, wenn wir einerseits über Gender und das dritte Geschlecht diskutieren, andererseits aber nicht bereit sind, für unverheiratete Paare, die ehrenamtlich in der Feuerwehr Dienst leisten, eine vernünftige Hinterbliebenenversorgung aufzubauen", kritisiert Tatz. "Hier läuft was schief." (fhob)

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