Wegen Hitze: Schulstart mit Plan B

Hausmeister sind im Dauerstress. Für erträgliche Temperaturen im Unterricht steht das morgendliche Lüften der Schulgebäude ganz oben auf ihrer Aufgabenliste.

Flöha.

Verkürztes Programm, PlanB, aber kein Hitzefrei. Das ist das Fazit der gestrigen "Freie Presse"-Umfrage zur ersten Schulwoche in den Bildungseinrichtungen in der Region.

"Es gibt Räume, da ist es schon knackig heiß", sagt Jaqueline Pivonka. "Aber wir lüften früh. Da ist es durchaus zu ertragen", meint die neue Leiterin der Grundschule in Leubsdorf. Jaqueline Pivonka unterrichtet Deutsch und Mathematik, ist aus Frankenberg nach Leubsdorf gewechselt. Schulleiterin ist sie seit 2009. "In der ersten Woche steht Methodentraining auf dem Programm. Die Kinder sollen das Lernen lernen." Erst- und Zweitklässler sind damit nach vier Stunden um 11.30Uhr fertig, die dritten und vierten Klassen lernen bis zur fünften Stunde, inklusive Mittagspause bis 12.45 Uhr. "Unsere Zeiten richten sich auch nach den Fahrplänen für die Schulbusse", so die Schulleiterin.

"Auch bei uns sind die Gebäude aufgeheizt, doch wir haben schon kräftig gelüftet, da einige Lehrer und die Schulleitung sowie der Hausmeister bereits seit zwei Wochen wieder im Einsatz sind", erzählt Katrin Fischer, Leiterin der Oberschule in Niederwiesa. Der Hausmeister lüfte sofort morgens zum Dienstbeginn. Da für gestern erneut über 30Grad Celsius angekündigt waren, fanden nur zwei Unterrichtsblöcke bis 11.05 Uhr statt. "Am ersten Schultag stehen ohnehin organisatorische Belange im Mittelpunkt. Klassisch Hitzefrei gibt es bei uns nicht. Wir arbeiten in so einem Fall nach Sommerplan, kürzen also alle Stunden, sodass alle Einheiten stattfinden, wir aber 12.25 Uhr den Unterricht beenden können. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht." Ab heute gehe es normal weiter.

Der Schulauftakt an der Oberschule Flöha-Plaue war dem Klassenlehrerunterricht vorbehalten. "Das dauerte von 8.30 bis 12.05 Uhr", sagt Schulleiter Falk Döring. Im Falle von Hitze gelte laut Hausordnung ein B-Plan mit verkürztem Unterricht. "Dabei dauert eine Schulstunde statt 45 nur noch 30 Minuten. Auch die Pausen sind verkürzt, sodass die Schüler nach der siebten Stunde 11.55 Uhr fertig sind." Je nach Wettervorhersage werde reagiert, für heute wieder mit Plan B. Ansonsten habe der Hausmeister gerade im Plattenbau alle Hände voll zu tun, um die Temperaturen durch Lüften abzusenken.

"Der Unterricht an unserem Haus findet wie jedes Jahr am ersten Schultag von der ersten bis zur sechsten Stunde statt, also ungekürzt", sagt Sylvia Noack, Schulleiterin des Gymnasiums Flöha. "Trotz der baulichen Besonderheit des Hauses ist es dank des zeitigen Lüftens durch die Hausmeister gelungen, erträgliche Temperaturen in den meisten Räumen zu erzielen. Da die Temperaturen sowohl heute als auch morgen vertretbar sein sollen, findet der Unterricht an diesen beiden Tagen planmäßig statt. Eine Entscheidung für Donnerstag und Freitag wird am Mittwoch getroffen", so Sylvia Noack.

Ähnlich ist die Situation in der Heiner-Müller-Schule in Eppendorf. "Je nach Wetterlage entscheiden wir kurzfristig, ob verkürzter Unterricht stattfindet", sagt Birgit Fülling, Leiterin der Grundschule. So konnten die Kinder am gestrigen ersten Schultag spätestens 12.30 Uhr nach Hause gehen. Heute endet der Unterricht 12.25 Uhr. "Für die weiteren Tage wird die Entscheidung kurzfristig gefällt", so Birgit Fülling.

"Es geht besser, als ich dachte", sagt Schulleiter Frank Hunger erleichtert und meint damit das morgendliche Lüften der aufgeheizten Räume in der Oberschule Oederan. Ansonsten werde von Tag zu Tag entschieden, ob das Kurzprogramm zum Tragen kommt. Dabei werden die Unterrichtsblöcke von 90 auf 60Minuten verkürzt, sodass der Schultag 11.10 Uhr endet. So wird es auch heute sein. "Ansonsten bin ich sehr gespannt, wie sich das Wetter entwickelt", so Frank Hunger.

Auch seine Oederaner Grundschulkollegin Helga Süß lässt die Kinder in dieser ersten Schulwoche etwas kürzer treten. "Bei uns findet Klassenleiterunterricht statt", erklärt die Schulleiterin. "Dabei werden sowohl organisatorische Dinge besprochen als auch Methoden des Lernens vermittelt." Der Unterricht ende so für alle Kinder bereits nach der vierten Stunde.

Die Friedrich-Schiller-Grundschule in Flöha ist ebenfalls auf die hohen Temperaturen eingestellt. "Zum Schulstart haben wir eine Woche Lernmethodentage", teilt Schulleiterin Ines Schick mit. "Diese Tage basieren auf Klassenleiterunterricht von der ersten bis zur vierten Stunde."

"Die Hitze ist für uns kein Problem", sagt Uwe Heidrich, Leiter der Grundschule der Stadt Augustusburg, gelegen im Ortsteil Erdmannsdorf. Zwar sei es im Obergeschoss des Gebäudes sehr warm. Angenehm gehe es dagegen in den Werk- und Kunsträumen im Keller zu. Dorthin ziehen sich die Lehrer mit den Schülern zurück, um sie zu betreuen und etwas Angemessenes zu tun. "Wir verkürzen den Unterricht nicht, haben keinerlei Stundenausfall", sagt der Schulleiter. Klar sei aber auch, dass angesichts des Wetters in der fünften oder sechsten Stunde derzeit keine Mathearbeit geschrieben werden müsse.

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