Wegen Mängeln: Reparaturen im Hallenbad Gablenz begonnen

In der nach einer Sanierung im vergangenen Jahr wiedereröffneten Sportstätte in dem Chemnitzer Stadtteil müssen erneut Arbeiter ran. Kosten soll es die Kommune nichts.

Chemnitz.

Das Becken ist leer; trotzdem herrscht Betrieb im Hallenbad Gablenz. Statt Besuchern halten sich aber Bauarbeiter in der Sportstätte auf. Sie haben die Gitterablässe rings um die Becken entfernt, hämmern oder schrauben hier und dort. Es sei etwas undicht, sagt ein Arbeiter, der gerade Pause vor dem Gebäude macht. Deswegen müssten er und seine Kollegen ran. In drei bis vier Wochen sollte aber alles fertig sein, schätzt er.

Auf Nachfrage bestätigt die Stadtverwaltung, dass in der sanierten und 2018 wiedereröffneten Sportstätte Reparaturen vorgenommen werden. Der mit der Sanierung befassten Firma werde "die Gelegenheit für Nacharbeiten" gegeben, teilt das Rathaus mit. So müssten im Schwimmerbecken Einströmdüsen nochmals nachjustiert werden, heißt es. Zudem seien im Beckenumgang Nässeschäden festgestellt worden. Deswegen müssten dort unter anderem Dehnungsfugen nachgebessert werden. Probleme gebe es darüber hinaus mit dem Dach. Auf der Fläche bildeten sich nach Niederschlägen immer wieder Pfützen. Trotz der Mängel seien die Becken dicht, betont die Stadtverwaltung.


Mit den erneuten Reparaturen geht die Pannenserie in dem Bad in die nächste Runde. Die Sportstätte war im April 2018 nach zwei Jahren Sanierung wiedereröffnet worden - rund ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Zudem hatten sich die Baukosten von geplanten 3 auf 5,4 Millionen Euro erhöht - unter anderem wegen vorher nicht festgestellter Mängel sowie Schimmelschäden am Dach, die durch fehlerhafte Arbeiten während der Sanierung entstanden sein sollen. Weil die Fördersumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro nicht verändert wurde, blieb die Stadtverwaltung damals auf den Mehrkosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro sitzen. Rund lief es seit der Wiedereröffnung nicht. Erst gab es Probleme mit einem automatisierten Kreislauf, der zu viel Aktivkohle ins Wasser einspeiste. In den Herbstferien konnten Schwimmer die Halle dann für mehrere Tage nicht nutzen, da die Baufirma Mängel an der Lüftungsanlage und der Filtertechnik des Nichtschwimmerbeckens beseitigen musste. Nun müssen also erneut Bauarbeiter ran. Auf den Kosten bleibt die Stadt diesmal voraussichtlich nicht sitzen. "Bei den Arbeiten handelt es sich um Leistungen im Rahmen der Gewährleistung, sodass der Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang nach aktuellem Kenntnisstand keine zusätzlichen Aufwendungen entstehen", teilt das Rathaus mit.

Auf die Besucher haben die Reparaturen nur geringe Auswirkungen. Die Sportstätte hat seit dem 24. Juni geschlossen - zwei Wochen früher als sonst üblich. Während der Sommerferien, die mittlerweile begonnen haben, bleiben die städtischen Schwimmhallen ohnehin geschlossen - mit Ausnahme der 25-Meter-Halle im Stadtbad. Zum einen, um Personal für den Betrieb der Freibäder bereitstellen zu können, zum anderen, um genügend Zeit für Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten zu gewinnen. Auch solche Arbeiten werden in der Gablenzer Halle gleich mit vorgenommen. Wiedereröffnen soll das Bad zum Beginn des neuen Schuljahres am 19. August.


So haben die Bäder geöffnet

Die Schwimmhalle Chemnitz-Gablenz bleibt bis zum 18. August geschlossen. In den folgenden zwei Wochen dürfen Vereine und Schulen sie nutzen, ab 1. September auch alle anderen. Die gleichen Regeln gelten für die Schwimmhalle am Südring.

Im Stadtbad können Besucher bis 28. Juli nur die 25-Meter-Halle nutzen. Geöffnet ist Montag 14 bis 21Uhr, Mittwoch 6 bis 13 Uhr und Sonntag 9bis 15 Uhr. Ab 29. Juli steht die 50-Meter-Halle wieder zur Verfügung.

Die vier Freibäder sowie der Stausee Rabenstein haben derzeit täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. (lumm)

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