Welterbe: Mittelsachsen freut sich auf Entscheidung

Denkmalrat spricht sich für Titel "Montanregion Erzgebirge" aus. Freiberger bereiten Lehrpfad durch die Altstadt vor.

Flöha/Freiberg.

Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, doch der Weltkulturerbestatus der "Montanregion Erzgebirge" scheint greifbar nahe: Icomos, ein Beratergremium der Unesco, hat zum Antrag eine positive Empfehlung für das endgültige Votum des Welterbekomitees zur Tagung Anfang Juli in Baku abgegeben. Volker Uhlig, ehemaliger Landrat, bei dem die Fäden für die Bewerbung in Mittelsachsen zusammenlaufen, sprach von der letzten fachlichen Hürde vor dem Finale: "Das ist der Durchbruch!" Und er wünscht sich: "Jetzt bloß nicht krank, sondern 102Jahre alt werden, damit wir noch erleben, was der Titel für die Region bringt."

Auch Landrat Matthias Damm sprach am Mittwoch von einem "ganz großen Schritt nach vorn zum Welterbe-Titel" und von einem "guten Zeichen": Dafür habe eine ganze Region mit vielen Institutionen und Kommunen mitgewirkt.

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Als "Riesenchance - nicht nur für die Stadt Freiberg", bezeichnete Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger die Aussicht auf den Weltkulturerbetitel: "Der Titel würde uns im Tourismus unterstützen, aber nochmals die Tradition des Bergbaus über viele Jahrhunderte bestätigen." Wenn das Erzgebirge den Titel erhält, würde Krüger dies stolz machen, so der OB, "für die Menschen, die dafür gekämpft haben und die hier leben". Seine Stadt selbst habe im Vorgriff auf einen möglichen Titel und die Landesausstellung zur Industriekultur vorgelegt: "Wir arbeiten am neuen Bergbauerlebnispfad von der Altstadt zum Gebiet Reiche Zeche." Neben dem Pfad, der 2020 freigegeben werden könnte, könnte nach den Worten von Krüger ein begehbarer Silberpfad durch die Altstadt entstehen: "Der Welterbetitel ist ein imaginärer Titel, man muss ihn erlebbar machen, nicht nur unter Tage", unterstrich der OB.

Auch Prof. Helmuth Albrecht, der den Antrag mit seinen Mitarbeitern verfasst hat, zeigte sich erleichtert. Der Professor für Technikgeschichte und Industriearchäologie sowie Direktor des gleichnamigen Instituts an der Bergakademie sagte: "99 Prozent der Miete sind eingefahren." Er kenne keinen Fall, in dem nach der Empfehlung am Ende anders entschieden wurde.

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