Wenn das Instrument fast größer als der Musiker ist

Das Blasorchester der Stadt Flöha hat mit einem Konzert in der Baumwolle eine dreitägige Probe mit einem prominenten Lehrer abgeschlossen. Auch der jüngste Teilnehmer konnte sich dabei auszeichnen.

Flöha.

Angefangen hat er im Alter von sechs Jahren. Und es kamen tatsächlich schon Töne heraus, als Max Schale damals in die Tuba blies. "Ja, das ging von Anfang an. Ein bisschen musste ich die Technik üben, aber allzu schwer war es auch wieder nicht", sagt er. Heute ist Max zehn Jahre alt und damit das jüngste Mitglied des Blasorchesters der Stadt Flöha. Der Tuba ist er mittlerweile entwachsen - aber nur größentechnisch, er spielt sie noch immer sehr gern. "Als ich angefangen habe, war ich tatsächlich noch kleiner als mein Musikinstrument", sagt er und lacht. "Aber ich habe auch heute noch ganz schön schwer zu tragen, wenn ich die Tuba mal hochhebe."

Zwölf Kilogramm bringt das Blechblasinstrument auf die Waage - und ist damit fast halb so schwer wie sein junger Spieler. "Dass es die Tuba geworden ist, liegt an meinem Vati, der das gleiche Instrument gespielt hat", sagt Max Schale, der mit seinen Eltern in Chemnitz wohnt. Nicht in einer Mietwohnung, wie Vater Conrad betont. "Sonst hätten wir ab und zu mal Ärger mit den Nachbarn, wenn Max probt", sagt er. Denn die Tuba ist nicht das einzige Instrument, für das sich der Sohnemann begeistert. "Ich spiele auch die Cajon", sagt Max. Dabei handelt es sich um eine Holzkiste, auf der getrommelt wird - auch nicht gerade das leiseste aller Instrumente.

Während mit der Trommel aber eher exotische Klänge erzeugt werden können, geht es mit der Tuba zünftig zu. Dass er mit seiner Kapelle in erster Linie Volksmusik hört, stört den jungen Musiker aber überhaupt nicht. "Ich höre das daheim gern", sagt er. "Das gefällt mir."

Die Begeisterung für sein Instrument ist dem Zehnjährigen anzusehen, wenn er bei Konzerten mittendrin ist, zwischen den gestandenen und weit älteren Orchesterkollegen. "Max ist ein großes Talent und leider auch eine Ausnahme", sagt Thomas Posselt. Der Chef des Flöhaer Blasorchesters ist auch der Lehrer des jungen Tubisten und sagt: "Unsere Mitglieder haben alle mal ganz klein angefangen. Das ist nun aber schon ein paar Jährchen her. Mehr junge Leute würden uns sehr gut zu Gesicht stehen." Für Max Schale unterdessen soll das Musizieren im Orchester nur ein Startschuss sein. "Ich möchte später gern beruflich Musik machen", sagt er. Dann ist er auch definitiv größer als seine Tuba.


Konzert mit Egerländer Musiker begeistert mehr als 220 Besucher

Einen dreitägigen Workshop hat das Blasorchester der Stadt Flöha von Freitag bis Sonntag abgehalten. Als prominenter Lehrer war Peter Jenal dabei. Er spielt Klarinette bei den Egerländer Musikanten - dem Vorbild der Flöhaer, wie deren Chef Thomas Posselt betonte. "All unsere Musiker konnten von ihm in den drei Tagen sehr viel Neues lernen. Es hat richtig Spaß gemacht", so der Chef.

Zum Abschluss des Workshops gab es am Sonntagnachmittag ein öffentliches Konzert im Saal der Alten Baumwolle. Dieses wurde zum großen Teil von Peter Jenal dirigiert, der Gastmusiker griff auch selbst zum Instrument und unterstützte seine Schüler auf Zeit bei einigen Liedern. Mehr als 220 Besucher hatten den Weg in die Baumwolle gefunden und wurden von der volkstümlichen Musik und der Stimmung mitgerissen.

Für die Flöhaer Blasmusikanten war der gemeinsame Auftritt mit Peter Jenal einer der Höhepunkte dieses Konzertjahres, einige Auftritte folgen aber noch. So wird es am 21. Mai einen musikalischen Frühschoppen zum Männertag am Rosenheim in Flöha geben, am 11. Juli ist das Blasorchester zur 90-Jahr-Feier der Flöhaer Gartensparte "Bergidyll" dabei. Dazu kommen weitere Auftritte außerhalb der Stadt - dann wieder unter Leitung des eigenen Dirigenten. (tre)

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...