Wenn Federvieh aus Holz geschnitzt ist

Beim Ostereiermarkt in Oederan lernten die Besucher gestern, dass es kein Material gibt, aus dem sich nicht Hasen, Hühner oder Eier basteln lassen.

Oederan.

Eier, Hasen und Hühner soweit das Auge reicht: Im Haus am Klein-Erzgebirge in Oederan waren gestern zum Ostereiermarkt alle möglichen Dekorationen für das bevorstehende Fest im April ausgestellt. So gab es am Stand von Klaus Tyll zum Beispiel geschnitzte Hühner, Hähne und andere Figuren aus Birkenholz. "Ich bin das zweite Mal beim Ostereiermarkt dabei. Hier herrscht eine schöne Atmosphäre. Die Veranstalter kümmern sich um uns", sagte der Chemnitzer. Das Kaufverhalten sei zwar etwas zögerlich gewesen, wie auch andere Händler berichteten, aber Besucher waren zahlreich da.

An jedem Händler-Tisch stand das Thema Ostern im Vordergrund. Es gab Eier, die in verschiedenen Techniken vor den Augen der Besucher bemalt wurden. Birgitt Marusch und Sylvia Panoscha aus dem Dorf Schleife im Landkreis Görlitz waren bereits mehrfach in ihrer sorbischen Tracht beim Oederaner Ostereiermarkt. "Die Leute vom Klein-Erzgebirge und wir haben uns zu einer Reisemesse kennengelernt. Seither kommen wir immer gern zum Ostereiermarkt hierher", berichteten die beiden Damen. Auf ihrem Tisch hatten sie allerlei bunt dekorierte Eier ausgestellt, dazwischen Behältnisse mit heißem Wachs, eine Mischung aus Bienen- und Kerzenwachs, das sie in Punkt-Mustern auf die Eier tupften. "Nach dem Auftragen des Wachses werden die Eier eingefärbt", erklärte Sylvia Panoscha. Danach wird das Wachs über einer Kerze zum Schmelzen gebracht und vorsichtig wieder abgewischt. Das wird mit mehreren Farbschichten wiederholt. Die Prozedur kann bis zu zwei, drei Stunden dauern, ehe das Ei fertig bemalt ist.

Am Nachbartisch saß Katrin Behrens aus Weimar, die Eier mit Wachs bossierte. "Im Gegensatz zur Batik-Technik muss ich die Eier vorher ausblasen. Sie werden erst eingefärbt und danach mit flüssigem Wachs betupft", sagte die Hobbykünstlerin. "Die Eier bemale ich normalerweise mit meiner Tochter. Die liegt aber gerade in den Wehen und bekommt ihr Baby", sagte Kathrin Behrens, die deshalb immer wieder gespannt auf ihr Handy schaute, um nicht die Nachricht vom Schwiegersohn zu verpassen. "Die Arbeit mit den Eiern lenkt mich heute ein wenig ab", sagte die Weimarerin, die sich das Hobby 2009 angeeignet hat und es seither perfektioniert.

Zwei Tische weiter hatte Karl Feld aus Frankenberg seinen Stand. Er hat sich auf das Quilling spezialisiert. Dabei bastelt man mit dünnen Papierstreifen. Durch Drehen, Festsetzen mit Nadel und dem Kleben der dünnen Papierstreifen entstehen kleine Figuren. "Angefangen habe ich mit Eierformen, danach entstanden Hasen, Hühner oder andere Tiere", erzählte der Frankenberger. Am längsten sitzt er an den kleinen Figuren, bei denen die meisten Besucher im Vorbeigehen an Schnitzkunst dachten. Erst beim näheren Betrachten erkennt man, dass es sich bei den etwa vier Zentimeter großen Blumenkindern um dünn zusammengerolltes Papier handelt. "Ich habe das auf einem Weihnachtsmarkt mit Engel-Figuren gesehen und wollte es probieren".

Ausprobieren konnten sich auch die Kinder an der Bastelstraße bei den "Kreativen Holzwürmchen". "Wir bieten an, verschiedene Holzformen zu bemalen", sagte Marcel Schmidt, der den Stand betreute. Gefragt waren gestern Einhörner. Seit einigen Jahren sei die Nachfrage nach Einhörnern groß, obwohl die ja keine Osterfiguren seien.

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