Wenn Felsbrocken purzeln

"Freie Presse" begleitet drei Schüler des Gymnasiums Augustusburg auf ihrem Weg zum Abitur.

Augustusburg.

Morgen ist Mathe. Die nächste Klausur steht an. Und in der kommenden Woche sind weitere Klassenarbeiten angesetzt. Die Schüler der 11. Klasse des Regenbogengymnasiums in Augustusburg sind derzeit im akuten Prüfungsstress, haben allerdings auch einen Grund, gewaltig durchzupusten. Denn mit der Verteidigung ihrer komplexen Arbeiten in der vergangenen Woche haben sie einen Meilenstein auf dem Weg zum Abitur im kommenden Jahr setzen können.

Auch den drei Elftklässlern, die "Freie Presse" auf ihrem Weg zur Hochschulreife begleitet, ist ein riesiger Stein, wenn nicht gar ein ganzer Felsbrocken, vom Herzen gefallen. "Wir sind erleichtert, weil wir alle sehr zufrieden mit den Ergebnissen sind", sagt Lisa-Christin Sprunk. Die 17-Jährige aus Grünhainichen hat sich für ihre komplexe Arbeit seit Anfang des Schuljahres mit dem neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump beschäftigt und damit mehr Stoff gehabt, als ihr anfangs lieb war. "Sich dort auf das Wesentliche zu konzentrieren, war nicht einfach", sagt sie.

Und dann sollten bei der Verteidigung auch noch Themen beleuchtet werden, die in der schriftlichen Arbeit nicht stattfinden, dazu mussten Fragen der Lehrer beantwortet werden. Aber alle drei hätten die letzte Stufe der komplexen Arbeit gut gemeistert, sagen sie. "Die Verteidigung haben wir mündlich gemacht", erklärt Robin Poneß. Auch der Erdmannsdorfer besucht die elfte Klasse, seine Arbeit hat er der Religionskritik gewidmet. "Vor dem halbstündigen Prüfungstermin waren wir alle extrem aufgeregt, aber es hat hingehauen. Und es ist eine sehr gute Vorbereitung auf die mündlichen Abiturprüfungen, die uns ja schon in einem Jahr bevorstehen", sagt der 17-Jährige.

Nathanael Hendel sieht das genauso. "Diese Arbeit hat uns wirklich viel gebracht, denn wir mussten uns sehr intensiv damit beschäftigen, wie man ein Thema beschreibt und analysiert", sagt er. Das Thema der komplexen Arbeit des 17-jährigen Niederwiesaers: "Gesellschaftsanalyse anhand eines kritischen Liedtextes der Band Saltatio Mortis". Doch das alles ist jetzt Geschichte, und in vier Wochen sind auch die Prüfungen geschafft. "Dann ist Notenschluss. Bis dahin halten wir durch", sagt Nathanael und grinst. "Und dann geht es auf Klassenfahrt."

Gemeinsam mit zwölf Mitschülern und drei Lehrern werden die drei Regenbogen-Gymnasiasten Mitte Juni nach Verdun reisen. "Aus Frankreich werden wir ein Selfie schicken", sagt Nathanael. Und Lisa-Christin ergänzt. "Vor einer Sehenswürdigkeit. In kurzen Hosen und mit Sonnenbrille. Bildungsreise eben." Und wie geht es nach der Frankreich-Reise weiter? "Dann haben wir noch ein paar Tage Schule, bevor die großen Sommerferien anstehen", sagt Robin Poneß.

Für die drei Elftklässler und ihre Mitschüler werden es die letzten Sommerferien überhaupt sein. "Das hoffen wir zumindest", sagt Lisa-Christin. "Aber doch, wir sind optimistisch. Der bisherige Weg hin zum Abitur im kommenden Jahr läuft eigentlich sehr gut. Auch wenn man wirklich viel lernen muss."

Und ganz nebenbei wollen die drei ja auch ihre "Fans" nicht enttäuschen. "Durch die Serie in der Zeitung sind wir in unseren Orten schon ein wenig bekannt geworden", lachen sie.


Erster Abiturjahrgang verlässt im Frühjahr 2018 das Gymnasium

Das Gymnasium in Augustusburg wurde im August 2010 eröffnet. Die Privatschule in Trägerschaft der DPFA-Akademiegruppe bekam den Beinamen "Regenbogen" und startete mit 15 Schülern und acht Lehrern.

DPFA steht für Deutsche Private Finanzakademie. Diese wurde 1990 gegründet und betreibt an zwölf Standorten in Sachsen und Polen Schulen und Ausbildungsstätten. Das Gymnasium Augustusburg blieb seither einzügig, in jedem Jahrgang gibt es also nur eine Klasse. Das soll eine bessere Betreuung der Schüler zur Folge haben. Heute lernen von der fünften bis zur elften Klasse 150 Schüler an der Schule.

Im Frühjahr 2018 werden die Schüler der ersten Stunde ihr Abitur am Regenbogengymnasium schreiben.

Zu den 16 Schülerinnen und Schülern gehören auch Lisa-Christin Sprunk, Robin Poneß und Nathanael Hendel. "Freie Presse" begleitet die drei auf ihrem Weg zum Abitur.

Die Anmeldefrist für neue Schüler am Regenbogengymnasium läuft bis Schuljahresende. "Pro Schuljahr können 26 Mädchen und Jungen für die Klasse 5 aufgenommen werden", erläutert Thomas Gritz, Regionalmanager des Trägers. Sollten sich Kinder ohne Bildungsempfehlung anmelden, müssen diese zunächst einen Test absolvieren. (tre)

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