Wenn Kinder auf Bienen fliegen

Kinderlachen erklingt dieser Tage im Gahlenzer Dorfmuseum. Schüler lernen, dass sie Butterblumen nicht essen sollen und dass Bienen nur vier Wochen leben.

Gahlenz.

Ferienausflug der besonderen Art: Circa 30 Kinder aus dem DRK-Hort "AlberTina" aus Hainichen haben gestern mit ihren Erzieherinnen Dagmar Martin und Dana Heinike das Dorfmuseum in Gahlenz besucht. Museumschefin Beate Mühl und ihre Mitstreiter nahmen die Erst- bis Viertklässler mit auf eine Entdeckungstour zu Kräutern, stellten Haus und Bauernhof vor und lüfteten Geheimnisse aus dem Alltag der Bienen. Und neben Wissensquiz und Honigverkostung war auch noch genug Zeit zum Spielen.

"Warum stechen die Bienen, wenn sie deswegen aber sterben?" Der kleine Henry war ganz gespannt auf die Antwort, die ihm Hobby-Imker Reiner Dittrich auch prompt gab. "Weil sie sich wehren. Ob sie stechen oder nicht, weiß man nie so genau. Wenn sie es aber tun, dann bleibt ihr Stachel wegen kleiner Widerhaken im Körper des Gestochenen stecken, sodass am Ende die ganze Stacheleinheit aus dem Körper gerissen wird. Und dann stirbt das Tier." Generell werden Honigbienen nur vier Wochen alt. Königinen bringen es auf drei bis vier Jahre. Der Ruheständler muss es wissen: Bis zu 20 Bienenvölker hält er in seiner Imkerei in Eppendorf. Und deren leckere Produkte konnten die Kleinen an einer langen Tafel im Dorfmuseum auch gleich verkosten: Mehrere Sorten Honig standen zur Auswahl.

"Ihr geht heute auch in den Kräutergarten", verkündete eingangs Margitta Götz. "Kennt ihr denn schon Kräuter?", fragte das Vorstandsmitglied der Sparkassen-Stiftung für Soziales und Umwelt. Diese setzt sich seit ihrer Gründung 2002 für Jugendarbeit, Naturschutz und Landschaftspflege ein. "Wir bieten mit unserem Kinder- und Jugendprojekt ,Wir fördern Bildung' kostenfreie Museumsbesuche für Schulklassen an." Allein 500 Kinder aus 14 Einrichtungen können so das Dorfmuseum in Gahlenz kennenlernen. Über 1100 Kinder sind es in diesem Jahr insgesamt.

Die Schüler der "AlberTina" waren Feuer und Flamme. Zum Beispiel im "Kretzgärtel", dem liebevoll gepflegten und bewässerten Garten auf dem Museumsgelände. "Wisst ihr, was für eine Blüte das ist und was man daraus machen kann?", fragte Kräuterexpertin Angelika Künzel. "Das ist eine Ringelblume", schallte es ihr entgegen. "Die Blütenblätter kann man essen. Oder man stellt eine Salbe daraus her."

Viele verschiedene Pflanzen konnten die Ferienkinder auch bei ihrer kleinen Wanderung auf der Wiese hinterm Haus entdecken. Von der Brennnessel (kann man als Leckerei in der Pfanne rösten) über Spitzwegerich (hilft gegen Brennnessel) bis hin zu Kamille (Tee) reichte die Palette. Damit knüpfte Angelika Künzel auch gleich an ihre anfangs erzählte Geschichte vom Wusel an, der im Vielfaltland lebte und sich eines langweiligen Tages wünschte, sein Land möge nur noch aus Sand bestehen. Als dann nach der Wunscherfüllung aber seine gemütliche Schlafhöhle weg war und Bach und Teich ebenfalls verschwunden waren, musste sich der Märchenheld bei den Nachbarn durchfuttern. Und die Bienen kamen auch nicht mehr in sein Land, weil es dort keine Blüten mehr gab. "Was glaubt ihr? Was hat sich Wusel nach einer Weile gewünscht?", fragte Angelika Künzel. "Dass alles wieder so bunt ist wie früher", riefen die Kinder. Botschaft angekommen.

www.sparkassenstiftungen-

 

mittelsachsen.de

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...