Wenn Mama mal nicht kann

Kinderkram: Über große und kleine Sorgen mit Fritz und Anton. Mama ist immer da, Mama macht alles. Doch was passiert, wenn die Mama mal ausfällt?

Altenhain.

Es ist mitten in der Nacht und der Kleine weint. Wie immer, wenn er ins große Bett möchte. Papa holt ihn zu sich, doch der Schreck ist groß. Mama fehlt. Das Weinen wird stärker und lauter. Der fast Zweijährige klettert aus dem Bett, rennt in den Flur, schaut in alle Zimmer. Es ist die erste Nacht, in der ich nicht zuhause bin. Ich liege im Krankenhaus: Mandel-OP. Es ließ sich nicht mehr länger hinauszögern mit einmal Angina im Monat. Gesundheit geht vor.

Dem Großen war die Zeit zu dritt ganz gut zu erklären. Und er ist zufrieden, wenn eine vertraute Person da ist. Beim Kleinen ist das schon schwieriger. Bei Oma übernachten ist in Ordnung, da ist eben keine Mama da. Aber zuhause? Da steht seine kleine Welt Kopf.

Vier Stunden beklagt er sich in der ersten Nacht - Papa ist ganz schön geschafft. Der große Bruder dagegen schläft selig in seinem Bett. Doch mit jeder Nacht wird es besser. In der letzten Nacht von Mamas Abwesenheit schläft der Kleine wieder durch. Endlich.

Um die Kinder nicht unnötig zu stressen und vor Keimen zu bewahren, haben wir von Besuchen ihrerseits im Krankenhaus abgesehen. Zu groß wäre der tägliche Abschiedsschmerz vor allem für den Kleinen gewesen. Um so schöner die Freude, sich nach den fünf Tagen wieder in die Arme zu schließen.

Lange im Voraus haben wir die OP und damit meine Abwesenheit sowie eine Erholungsphase geplant. Mein Mann hat in der ersten Woche extra Urlaub genommen, er ist sonst auf Montage. Die Omas haben kürzer gearbeitet beziehungsweise Urlaub eingereicht, um uns zu unterstützen. Vor allem auch in der zweiten Woche, in der ich mich noch schonen sollte.

So eine Ausnahmesituation ist für alle Beteiligten nicht leicht. Auch als Mutter zweier Kinder, die immer alles im Griff haben möchte, ist es schwer, die ganze Verantwortung abzugeben. Doch gemeinsam schafft man alles.


Wann gibt's Haushaltshilfe?

Wenn ein Elternteil erkrankt, unterstützt die Krankenkasse die Familie unter bestimmten Voraussetzungen mit einer Haushaltshilfe - diese erledigt den Haushalt und betreut bei Bedarf die Kinder, um für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen.

Voraussetzungen dafür sind, dass im Haushalt ein Kind unter 14 Jahren oder ein behindertes Kind lebt, das kein anderer Haushaltsteilnehmer unterstützen kann.

Eine Haushaltshilfe gibt es im Fall einer vollstationären Behandlung im Krankenhaus oder wenn ein Kind zur Behandlung im Krankenhaus begleitet wird, der Haushalt nicht selbst geführt werden kann - beispielsweise aufgrund einer Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme. (fbä)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...