Wer sich trennen lässt, kann manche Überraschung erleben

Mit dem neuen Stück "Trennung frei Haus" hat das Schlosstheater erneut einen Publikumserfolg auf der Bühne. Vorbildwirkung hat das Spiel indes nicht.

Augustusburg.

Wie man eine Beziehung problemlos beendet und eine reibungslose Trennung hinlegt? Ganz einfach - mit der Agentur "Trennung frei Haus". So heißt die Komödie des französischen Regisseurs und Autors Tristan Petitgirard, die am Freitag Premiere im ausverkauften Schlosstheater Augustusburg Premiere hatte. Ronald Kuste aus Wien spielt als Gast Hyppolite, der sich von Pauline (Anna Silke Röder) trennen will. Andreas Unglaub ist in der Rolle des dubiosen Dienstleisters Eric zu erleben. Das Stück ist ein Feuerwerk an Komik, spritzigen Dialogen und überraschenden Wendungen. Unglaub, Röder und Kuste spielen überzeugend und kurzweilig. So eine Agentur birgt jedoch Risiken. Das Ende fällt entsprechend anders aus als erwartet. Der Applaus der knapp 100 Besucher hat gezeigt, dass das Schlosstheater erneut den Nerv des Publikums getroffen hat. Die Reaktionen waren durchweg positiv, wie auch eine kleine Umfrage der "Freien Presse" zeigt.

Andreas Reiher (52) war mit seiner Frau Gabi (53) und Freunden aus Chemnitz angereist. Zum achten Mal hat er eine Vorstellung besucht und war begeistert: "Das ist für mich eines der besten Stücke. Es hat von Beginn an eine innere Spannung, ist sehr komisch und abwechslungsreich." Der Techniker arbeitet in einem Krankenhaus und ist seit 32 Jahren glücklich verheiratet. Niemals würde er eine Trennungsagentur in Anspruch nehmen.

Gudrun Feindor (71) und Wilfried Oehme (74) aus Augustusburg gehören zum Stammpublikum. Sie haben in elf Jahren Schlosstheater-Geschichte keine Premiere verpasst. "Der Abend war super. Das Ende ist überraschend, die Schauspieler haben wunderbar zusammengepasst", sind sich beide einig. Auch bei der Frage nach einer Trennungsagentur: "Das ist feige, man muss auch in solchen Situationen miteinander reden. In unserem Alter spricht man noch", sagte Gudrun Feindor augenzwinkernd, die mit ihrem Partner seit 17 Jahren zusammen ist.

Zum ersten Mal waren die Plauener Peggy Müller (50) und ihr Mann Frank (59) bei einer Vorstellung dabei. "Das Spiel der Darsteller ist toll, sehr authentisch und die Mimik auf dem Punkt", schwärmte Frank Müller, der als Meister im Karosseriebau arbeitet. Das Stück sei sehr spannend, niemand wisse, wie sich der Knoten aus Lügen auflöst. Dass der Wiener Schauspieler Ronald Kuste nur eine Gastrolle spielt, überraschte sie. "Man hat das Gefühl, die drei spielen schon ewig zusammen." Unvorstellbar ist auch für sie, jemals eine Trennungsagentur zu buchen.

Das Stück "Trennung frei Haus" steht vorerst bis November 2018 auf dem Spielplan. Karten im September gibt es nur noch für die Vorstellung am 15. September. Weitere Termine: am 12., 13., 26. und 27. Oktober, Beginn ist jeweils 19 Uhr, Karten für 15,00 Euro gibt es unter Telefon 037291/69254 oder per E-mail: info@schlosstheater-augustusburg.de

www.schlosstheater-augustusburg.de

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