Wer steckt im roten Mantel?

Der Adventszauber in Flöha hat alljährlich große Anziehungskraft, weil er vertraute Rituale bietet. Aber der Weihnachtsmann gab diesmal Rätsel auf.

Flöha.

Man könnte sagen, dass Advent und Weihnachten Jahr für Jahr im Gleichklang verlaufen. Immer derselbe Klang, immer derselbe Duft und immer derselbe Weihnachtsmann. Doch halt - der Weihnachtsmann, der in diesem Jahr den Adventszauber rings um die Flöhaer Georgenkirche besuchte, kam etwas stämmiger daher, als noch vor einem Jahr. "Das ist mir auch deutlich aufgefallen", sagte Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha, der es ganz genau wissen musste. Schließlich steckt er selbst beim Adventszauber alljährlich unter dem roten Mantel und hinter dem weißen Rauschebart. Nur diesmal nicht, weil ihm nach einer Zahnbehandlung Medikamente und Ruhe verordnet worden waren.

Also musste der OB eine Vertretung für den Weihnachtsmann-Gastauftritt am Sonnabend suchen, was eine schwierige Aufgabe war und erst auf den sprichwörtlichen letzten Drücker gelang. Holuscha stand am Sonnabend trotzdem mit auf der Bühne im Pfarrhof, nachdem der Vertretungs-Weihnachtsmann mit dem Fahrzeug der Flöhaer Feuerwehr angerückt war. Nach dem kurzen Bühnenauftritt musste sich Knecht Rupprecht mühsam einen Weg bahnen, um seine Geschenke an die jüngsten Besucher verteilen zu können.

Denn wie alle Jahre wieder war der Besucherandrang beim Adventszauber außergewöhnlich groß. Zu Hunderten sind die Flöhaer und sicher auch manche Besucher der Stadt auf das Areal zwischen Georgenkirche und der Friedrich-Schiller-Grundschule gepilgert. In der Schule waren am Sonnabendnachmittag sehr viele Zimmer erleuchtet. Es wurden nicht nur die Ganztagesangebote der Schule vorgestellt, sondern es konnte auf dem Schul-Weihnachtsmarkt gebastelt, im Märchenzimmer spannenden Geschichten gelauscht oder an der Tombola des Fördervereins das große Los gezogen werden.

"Der Andrang zeigt, dass unser Adventszauber sehr gut angenommen wird", freute sich Gunter Pech vom Förderverein für Nachwuchssport Flöha, der bei der Organisation und Durchführung der zweitägigen Veranstaltung in Kooperation mit Georgen-Kirchgemeinde und der Grundschule die Federführung übernommen hat. Dass über den kleinen Markt auch das adventstypische Duftgemisch aus Glühwein, Bratwürsten und diversen Naschereien wehte, war vor allem ein Verdienst der vielen Helfer, die in den Buden beinahe pausenlos zu tun hatten. So waren zum Beispiel Stadtrat Kurt Lange und seine Helferinnen erneut emsig damit beschäftigt, die originalen Gückelsberger Klitscher zu backen, die in der Besuchergunst weit oben standen. Bei der Frage nach dem Rezept gab sich der sonst eher redselige Kurt Lange zugeknöpft wie ein Sternekoch. "Das Rezept stammt aus unserer Familie und bleibt natürlich ein Geheimnis", so der regionale Klitscher-König. Immerhin ließ er sich entlocken, dass die Kartoffeln ausschließlich auf Gückelsberger Flur gewachsen und selbstverständlich ökologisch korrekt in den Boden gebracht, wieder herausgeholt, gelagert und verarbeitet wurden.

Verschiedene Vereine nutzen die Gelegenheit, um sich im Gemeindehaus der Georgenkirche zu präsentieren. Darunter befand sich auch der Stand der Lebenshilfe Freiberg. "Wir bieten Erzeugnisse an, die in den Einrichtungen der Lebenshilfe hergestellt wurden. Keramik aus Langenau beispielsweise, Holzartikel aus Oederan oder Erzgebirgische Volkskunst, die in der Integrationsfirma in Olbernhau hergestellt wurde", sagte Hans Fischer, der gemeinsam mit seiner Frau an beiden Tagen ehrenamtlich im Einsatz war. "Wir sind beim Adventszauber Stammgäste", sagte Fischer, der zugleich Vorstandsmitglied bei der Lebenshilfe ist.

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