Wie der Falkenauer Skiclub dem milden Winter trotzt

Der Lift am Plauberg hat sich in dieser Saison noch nicht einmal gedreht. Für die Betreiber ist das noch lange kein Grund, die Bar nicht zu öffnen.

Falkenau.

Sie haben gut lachen, auch wenn sie noch nicht einmal ihrem Lieblingshobby nachgehen konnten: Die Mitglieder des Skiclubs Falkenau warten in diesem Winter noch immer darauf, dass sie auf Skiern - oder wenigstens auf einem Schlitten - den Plauberg hinab fahren können. Doch es ist einfach zu mild in dieser Saison; und so hat sich der Lift in Falkenau noch nicht einmal gedreht. "Das ist schade. Im Gegensatz zu manch anderen Skigebieten aber auch kein wirklich großes Problem", sagt Tilo Henkelmann, zweiter Vorsitzender des Vereins mit aktuell rund 65 Mitgliedern.

Er war am Samstag und am Sonntag trotz Sonnenschein und milden Temperaturen an den Hang gekommen, um ein bisschen zu feiern. Doch was heißt hier eigentlich trotz Sonnenschein? "Bei schönem Wetter lohnt es sich tatsächlich auch, unsere Öltheke zu öffnen. Da kommen dann eben keine Skifahrer, sondern ein paar Wanderer vorbei", sagt Henkelmann. Und so herrschte vor allem am Sonntag recht guter Trubel am Hang, wo die Vereinsmitglieder mit Speisen und Getränken an der Öltheke warten. Die heißt so, weil dort mit allerhand leckerem Gebräu die Kehle geölt werden kann.

Wenn in Falkenau mal richtig Winter ist, nutzen viele Skifahrer die kleine Räumlichkeit auch, um sich mal kurz aufzuwärmen, nachdem sie die etwa 350 Meter lange Piste hinab gewedelt sind. "In diesem Winter ging das noch nicht", erklärt Tilo Henkelmann. "Wir hätten es erzwingen können, als es mal ein paar Tage kalt genug war, um den Hang künstlich zu beschneien." Allerdings seien die Wetteraussichten für die Tage danach derart schlecht gewesen, dass der Schnee schnell wieder weg gewesen wäre. "Wenn wir den Hang einmal komplett beschneien, kostet uns das mehr als 2000 Euro", betont Vereinsmitglied Tom Klädtke, der sich am Sonntag als Barmann einbrachte. "Da ist es einfach nur rausgeschmissenes Geld, wenn wir den Hang für nur ein oder zwei Tage Liftbetrieb weiß machen."

Die Hoffnung, dass der Winter noch einmal mit Eis und Schnee um die Ecke biegt, haben die Falkenauer noch nicht aufgeben. "Wir sind dann sofort bereit, nehmen Urlaub und schmeißen den Lift an", sagen sie. Im Gegensatz zu größeren Skigebieten, in denen auch Arbeitsplätze vom Liftbetrieb abhängen, seien sie am Plauberg nur ehrenamtlich tätig. "Läuft der Lift nicht, haben wir fast keine Kosten", sagt Tilo Henkelmann. Und so genossen die leidenschaftlichen Skifahrer am vergangenen Wochenende eben einen grünen Hang und das ein oder andere gute Gespräch mit ihren Gästen. Vielleicht wird es ja in den Ferien kalt genug für weiße Pracht.

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