Wo Brot weggeht wie warme Semmeln

Die Bäckerei Möbius wirbt in Berlin für die Region. Für den Auftritt bei der Grünen Woche setzen die Oederaner auf eigene, geheime Rezepte.

Oederan.

Was haben Eierschecke, Pflaumenkuchen und Kaiserbrötchen gemeinsam? Alle stammen aus der Bäckerei Möbius OHG aus Oederan und werden ab 18. Januar bei der Grünen Woche verdrückt. Denn das 1914 gegründete Familienunternehmen präsentiert sich nach 2018 nun zum zweiten Mal in Berlin. Mit dabei ist auch das vom Deutschen Brotinstitut zum Brot des Jahres 2018 gekürte Dinkel-Vollkornbrot.

"Gern vertreten wir auf der Grünen Woche wieder unsere Region", sagte Verkaufsleiterin Antje Göbel. Nachdem die Bäckerei Möbius im Vorjahr als Ersatz kurzfristig eingesprungen war, setzte die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH nun von Anfang an auf die Oederaner. "Wir hatten einen unerwarteten Erfolg", erzählte Antje Göbel. Dieser mache sich weniger am Verkauf, sondern vielmehr an der positiven Resonanz bei Kunden und den Veranstaltern der Messe fest.

Der Auftritt in der Hauptstadt ist nur mit einem gut funktionierenden Räderwerk zu realisieren. Täglich fährt während der zehn Messetage ein Transporter aus Mittelsachsen nach Berlin. "Zwischen 5 und 6Uhr rollt er vom Hof", sagte Antje Göbel. An Bord des Fahrzeugs sind dann frisch gebackener Kuchen und Brot. Brötchen, Baguette und der Streuselkuchen werden vor Ort gebacken. Pro Tag gingen circa sechs Bleche Kuchen und 100 Brote weg wie die berühmten Semmeln. Dazu schenkten die Oederaner während der Grünen Woche circa 2000 Heißgetränke von Kaffee bis Latte macchiato aus. "Gefragt war vor allem der klassische, selbst gemachte Kuchen", so die Verkaufsleiterin. Auch bei den Broten setzt der Handwerksbäcker Mathias Möbius auf eigene Rezepturen. 54 Filialen in ganz Sachsen betreibt das Unternehmen mit seinen circa 400 Mitarbeitern. Diesmal sollen in Berlin auch Brötchen verkauft werden. "Mein Team, Heike Hampel, Jana Maschinski und ich, bleibt während der Messezeit vor Ort", sagt Antje Göbel. Zwar gebe es eine Förderung. "Aber drei Viertel der Kosten bleiben bei uns hängen. Das ist uns die Imagewerbung aber wert." Damit der Name der Bäckerei publik wird, gibt es neben einer Neuauflage der Mehrwegbrotbeutel ein passendes Körbchen. Dazu natürlich auch wieder Brot mit Herz.

"Sachsen ist erneut mit mehr als 30 Ausstellern in der traditionellen Länderhalle 21b bei der Grünen Woche vertreten", sagte gestern Frank Meyer, Pressesprecher des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft. "Wir freuen uns sehr, dass so auch in diesem Jahr zahlreiche Aussteller aus den sächsischen Regionen den Freistaat kulinarisch präsentieren."

Mit der Leubsdorfer Bäckerei Lieberwirth hat sich auch schon ein anderes Unternehmen aus der Region bei der Grünen Woche präsentiert. Inzwischen setzt die Traditionsfirma neue Schwerpunkte und steckt viel Energie ins Projekt Kekselmacher. Dabei stellt Jörg Lieberwirth Butterkekse her und bedruckt diese mit Hilfe von Lebensmittelfarbe mit dem Wunschlogo von Kunden. "Mein Mann ist gerade auf der PSI in Düsseldorf", sagte gestern Sabine Lieberwirth. Die PSI ist die europäische Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft. "Für uns ist das dortige Fachpublikum interessanter als das der Grünen Woche." Daher sind die Kekselmacher bald auch bei der Hoga in Nürnberg, der Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie, nicht aber in Berlin.

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