Wo der Weihnachtsmann vom Entgegenkommen profitiert

Zum zwölften Mal fand in Kirchbach das Adventssternfest statt. Das ist kein grelles Spektakel, sondern ein Fest des Miteinanders und Mitmachens.

Kirchbach.

Das neue Konzept ist aufgegangen, und deshalb fand auch die zwölfte Auflage des Adventssternfestes im Oederaner Ortsteil Kirchbach wie schon im Vorjahr auf dem Platz vorm Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr statt. "Ich war erst skeptisch", räumte Ortsvorsteher Rainer Weigand ein. "Aber es war eine gute Idee, die unser neuer Stern am Adventshimmel hatte", sagte er lachend.

Er meinte damit Ramona Füßl, seit drei Jahren Mitglied im Vorstand des Kulturvereins Kirchbach, der das Fest mit Unterstützung des Ortschaftsrates und der Freiwilligen Feuerwehr organisiert. Die Kameraden haben ihre Fahrzeughalle zur Verfügung gestellt, wo nun Platz nehmen kann, wer das möchte. Neu ist auch, dass es keine Kinderweihnachtsfeier zu einem späteren Termin gibt, man feiert jetzt zusammen alles an einem Tag - am Sonnabend vor dem ersten Advent.

Die Kinder wanderten mit Lampions und Fackeln dem Weihnachtsmann entgegen, der mit seinem schweren Sack den weiten Weg aus dem Wald bis zum Dorfgemeinschaftshaus nicht geschafft hatte. Zum Glück hatte er eine fleißige Helferin an seiner Seite, als es ans Verteilen der kleinen Geschenke ging. Viel Zeit blieb nicht dafür, denn die Kinder mussten wieder zurück. Schließlich ist es Tradition, dass mit dem 18-Uhr-Läuten der Kirche die Pyramide durch kräftiges Pusten zum Drehen gebracht wird. Dazu spielte der Posaunenchor Frankenstein/Kirchbach. Wie all die Jahre zuvor ist es der dritte Auftritt an diesem Tag. Die Kinder stürmten ins Bastelzimmer und draußen blieb Zeit für einen gemütlichen Schwatz bei Glühwein und Bratwurst.

Zeit also, Ramona Füßl zu fragen, warum sie sich derartig im Kulturverein engagiert, der übrigens bei 226 Einwohnern knapp 40 Mitglieder zählt. Das heißt, etwa jeder fünfte Kirchbacher engagiert sich im Kulturverein. "Es ist einfach: Ich möchte das weitergeben, was wir erlebt und was wir von unseren Eltern mitbekommen haben. Meine beiden Kinder und alle Kinder in Kirchbach sollen die Geborgenheit in der Dorfgemeinschaft erleben. Wir sind ein junges Dorf, wo man sich gern trifft. Und da sind die älteren Generationen einbezogen." Ramona Füßl berichtete vom alljährlichen Familienwandertag, vom Familiensportfest auf dem Bolzplatz und vom Mitsommerfest, zu dem sich das halbe Dorf versammelte. "Das war so eine Mitbringparty. Ganz erstaunlich, was da für ein Buffet zusammengekommen war", erinnerte sich Rainer Weigand. Und ja - auch beim Adventssternfest gab es viel Selbstgemachtes wie zum Beispiel die Baumkuchen von Linda Rühlke.

Die Gedanken der Kirchbacher gehen dabei bisweilen schon ins kommende Jahr. Dann wird am Himmelfahrtswochenende das nächste Heumacherfest und das Kirchbachtreffen stattfinden, bei dem sich Menschen aus verschiedenen Kirchbachs versammeln. "Das Zentrum von Kirchbach wird dann ein lebendiges Dorf mit vielen Aktivitäten", so Ramona Füßl, die als Physiotherapeutin arbeitet. Und sie verriet schon mal, dass die längste je gesehen Blechkuchenstrecke aufgebaut werden soll, dass alte und neue Technik gezeigt wird und dass es ein großes Kinderfest mit Schnitzeljagd geben wird sowie eine Tombola.

Ramona Füßl musste dann aber schnell los, um den Kindern beim Verzieren der Plätzchen zu helfen. Und Viola Uhlig hatte es plötzlich auch eilig: Sie wollte im Nachbarraum Weihnachtslieder auf der Flöte spielen und ein paar Geschichten vorlesen. Was für ein zauberhafter Start in die Adventszeit!

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