Zähe Verhandlungen lösen ein Geldproblem

Die Neubaupläne für das Depot der Lichtenwalder Feuerwehr sind sportlich. Denn Ende 2020 muss sie umziehen. Nun gibt es, kurz vor Weihnachten, aber eine gute Nachricht.

Lichtenwalde.

Ein echter Erfolg. Den Neubau des Feuerwehrdepots in Lichtenwalde, ein 1,3-Millionen-Euro-Projekt, wird der Freistaat zu 75 Prozent fördern. Darüber informierte Bürgermeisterin Ilona Meier (parteilos) zur Gemeinderatssitzung am Montagabend. Nicht ohne Stolz. Denn die Verhandlungen zwischen Sachsens Innenministerium, Landratsamt, Feuerwehr und Kommune seien sehr zäh gewesen, wie sie es beschrieb.

Nur bis Ende 2020 hat die Freiwillige Feuerwehr Lichtenwalde noch ein Dach überm Kopf. Dann läuft der Vertrag mit dem Sächsischen Landeskontrollverband (LKV), dem Besitzer der Immobilie an der August-Bebel-Straße, aus. Der Verband hat Erweiterungspläne, lautete die Begründung. Eine schnelle Lösung musste her.

Doch als Wehrleiter Matthias Miesel im März die ersten Entwürfe auf den Tisch legte, erntete er dafür nicht nur Zustimmung. Besonders heftig debattiert wurde über den Standort - und das über Monate. Deshalb hatten die Feuerwehrleute noch weit vor dem Startschuss für die eigentlichen Planungsarbeiten das Gespräch mit den Besitzern der Häuser in der unmittelbaren Nachbarschaft gesucht.

Herausgekommen ist offensichtlich ein akzeptabler Kompromiss: Die einschneidendsten Veränderungen zu den ersten Studien umriss Bauamtsleiter Lars Schuster zur Gemeinderatssitzung. So ist der Neubau auf der 7400 Quadratmeter großen Fläche verschoben worden, um den Abstand zu den Wohnhäusern zu vergrößern. "Das Gebäude ist jetzt direkt in den Hang eingebunden. Damit können alle gut leben", so Lars Schuster weiter. Andreas Richter, der beauftragte Architekt, verpasste seiner Idee zusätzlich ein begrüntes Dach. Laut Bauamtsleiter habe dieser einen Tag zuvor auch Kostenneutralität für die Pläne bestätigt. Das heißt, der Neubau wird nicht teurer. Die angemeldeten Bedenken der Experten des Landesamtes für Denkmalpflege, der Neubau könne die Sicht vom historischen Schlosspark stören, seien durch den veränderten Entwurf ebenfalls entkräftet worden.

Aber die Zeit drängt: Am Montagabend beschloss der Gemeinderat einstimmig die Auslegung des Bebauungsplans. Er kann zu Beginn des neuen Jahres im Rathause eingesehen werden. Doch man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass es zum Ende nächsten Jahres noch keinen komplett bezugsfertigen Neubau geben wird. Die Gemeinde setzt auf das Verständnis bei den Verantwortlichen des Landeskontrollverbandes. So hatte es die Bürgermeisterin erst vor wenigen Wochen vorsichtig formuliert. Raik Schubert (Bürgerinitiative Niederwiesa) wird also 2020 Verhandlungsgeschick beweisen müssen. Er wird zu Jahresbeginn in Niederwiesa das Bürgermeisteramt übernehmen.

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