Zum letzten Schultag auf dem Sofa durch die Stadt

Chaostag nennen die Oberschüler den Tag, an dem sie ihre Vornoten bekommen. In Flöha feierten 70 Schüler auf durchaus kreative Weise.

Flöha.

Es ist aus. Vorbei. Seit gestern findet für die 70 Haupt- und Realschüler der Abschlussklassen der Oberschule in Flöha kein regulärer Unterricht mehr statt. Morgen starten die Prüfungen. Für die Schüler ist der Tag des Unterrichts-Endes, an dem sie auch ihre Vornoten erhalten, ein Feiertag, den sie Chaostag nennen. In Flöha machten sie dem Namen alle Ehre: Schrille Töne von etlichen Trillerpfeifen sowie geschminkte, verkleidete und gut gelaunte Schüler beherrschten gestern früh das Bild vor der Oberschule.

Die Klasse 10 A hatte sich eine besondere Überraschung für ihre Klassenlehrerin einfallen lassen. Sie engagierten extra einen Traktorfahrer, der ihre Lehrerin Helga Korb vor Unterrichtsbeginn zusammen mit einigen Schülerinnen auf einer Polstergarnitur auf dem Anhänger eines Traktors einmal quer durch Flöha fuhr. "Es fällt einem schon schwer, die Schüler nach so langer Zeit loszulassen", sagt Helga Korb nach der Überraschungsfahrt, über die sie sich freute. Nicht ganz so bequem hatte es Klassenlehrer Michael Calsow, der schon früh am Morgen eine Fahrt im Einkaufswagen über sich ergehen lassen musste. Lenny Uhlig, der den Einkaufswagen lenkte, sagte: "Es ist komisch, dass die Schule jetzt vorbei ist. Man hat sich so dran gewöhnt." Der junge Mann beginnt nach der Schulzeit eine Lehrstelle als Straßenbauer. "Die meisten Schüler aus unseren Abschlussklassen haben entweder eine Lehr- oder Ausbildungsstelle oder gehen an eine weiterführende Schule. Es sind nur noch sehr wenige, die auf einen Bescheid warten oder noch gar nichts für sich gefunden haben", berichten die Pädagogen Helga Korb und Michael Calsow.

Michael Kobal etwa will nach den Sommerferien das Berufliche Gymnasium für Wirtschaftswissenschaft in Flöha besuchen. Neben den Prüfungen stehen ab morgen für viele auch Beratungen mit Fachlehrern an.

Für den Chaostag hatten sich die drei Abschlussklassen noch einiges mehr als die Traktoraktion einfallen lassen. So wurden die Ein- und Durchgänge mit Absperrbändern, Luftballons sowie allerhand Papier dekoriert. Den Mitschülern wurde beim Betreten der Schule ein Herzchen mit Lippenstift auf die Wange gemalt. Seitens der Lehrer gab es im Vorfeld durch Belehrungen Richtlinien, was alles gemacht werden darf und was nicht, damit der Chaostag nicht total im Chaos versinkt. Einige Schüler hatten sich gleiche Pullover mit Aufdruck im Klassenverband bestellt und trugen diese zur Schau.

Nachdem die 70 Schüler gestern ihre Vornoten von ihren Lehrern mitgeteilt bekamen, schwirrten sie noch einige Zeit durch alle Klassen, um Bonbons an die jüngeren Mitschüler zu verteilen. Im dritten Block, der fünften und sechsten Schulstunde, stand dann Putzen auf dem Plan. Die Schüler der Abschlussklassen mussten wie abgemacht, die ganze Schule wieder von Absperrbändern, Papier und Müll befreien.

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