Zwei Festkonzerte in Gahlenz

Die Kirchgemeinde feiert in diesem Jahr das 150-jährige Jubiläum ihrer Göthel-Orgel. Ähnlichkeiten mit Werken Silbermanns kommen nicht von ungefähr.

Gahlenz.

Wolfgang Eger, Kantor i. R. aus Eppendorf, hat die Göthel-Orgel in Gahlenz nach einem Konzert einmal als wohl klangschönste Orgel der Schwesterkirchen bezeichnet. Und auch der Gahlenzer Torsten Lange liebt dieses gewaltige Instrument in der kleinen Dorfkirche. Deshalb freut sich der Organist, dass die Gahlenzer Kirchgemeinde das 150-jährige Jubiläum der Orgel in diesem Jahr würdig begeht. Am Sonnabend werden die Feierlichkeiten mit einem Orgelkonzert eröffnet. Es musiziert Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger.

Orgelbauer Christian Friedrich Göthel nahm sich, wie so viele sächsische Orgelbauer im 19. Jahrhundert, die Werke von Gottfried Silbermann zum Vorbild. Seine eigenen Neubauten, solide und mit hohem handwerklichem Anspruch gefertigt, verschafften ihm Aufträge im gesamten Erzgebirge. So heißt es im Vorwort von Tobias Haase, Fachbeauftragter für Orgelwesen bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen in der Beschreibung der Gahlenzer Göthel-Orgel.


Die zweimanualige Orgel, 1869 erbaut, biete im Hauptwerk mit dem Prinzipalchor auf Achtfußbasis und drei weiteren Grundstimmen eine Disposition, wie sie auch Silbermann gebaut haben könnte, jedoch ohne das typische Cornett, beschreibt der Experte das wunderschöne Instrument. Es war aus den 1400 Orgeln in Sachsens Kirchen im April 2017 zur sächsischen Orgel des Monats gekürt worden.

Bis auf die in Zink ersetzten Prospektpfeifen und das Zusatzregister wurde die original erhaltene Gahlenzer Orgel 2016 überholt. Tobias Haase schreibt weiter: Von den etwa 30 nachgewiesenen Göthel-Orgeln sind 16 überwiegend in sehr gutem Zustand erhalten. Der Prospekt der Gahlenzer Orgel, in barocken Formen mit drei aus der Gehäusefront heraustretenden Türmen und flachen Zwischenfeldern in Harfenform, greift Gestaltungselemente vergleichbarer Orgeln Silbermanns, aber auch von dessen Schülern auf.

Zwei festliche Konzerte sind dem Orgeljubiläum gewidmet. Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy wird Landesmusikdirektor Markus Leidenberger am Sonnabend zu Gehör bringen. Am 6. Oktober dürfen sich die Gäste auf ein besonderes Konzert freuen. Dann heißt es "Orgel im Groove": Es erklingen Orgelsound-Bandgrooves- Choräle zum Zuhören und Mits(w)ingen.

Das Konzert in Gahlenz beginnt am Sonnabend, 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten. Ausblick auf den Herbst: Am Tag des offenen Denkmals, am 8. September, wird die Kirche zur Besichtigung bis unters Dach geöffnet. Möglich ist dann auch ein Blick ins Innere der Göthel-Orgel.

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