Zweischneidiger Rekord

25 Grad Celsius hat das Wasser im großen Becken des Eppendorfer Freibades. Doch des Schwimmers Lust ist Schwimmmeisters Frust: Unter der intensiven Sonneneinstrahlung leidet die Wasserqualität.

Eppendorf.

Der Parkplatz vor dem Freibad in Eppendorf wird seit Tagen reichlich in Anspruch genommen. Selbst an den Fahrradständern muss man suchen, um einen Platz für seinen Drahtesel zu finden.

Die derzeit herrschenden Temperaturen sorgen in der Freizeiteinrichtung nicht nur für Bestmarken bei den Besucherzahlen. Vielmehr wurde in dieser Woche ein weiterer Rekord aufgestellt, denn erstmals wurde im 50 Meter langen Becken eine Wassertemperatur von 25 Grad Celsius gemessen. "Seit wir als Verein die Regie im Freibad führen, und das ist seit dem Jahr 2000, haben wir diese Marke definitiv noch nicht geknackt", sagte Badvereinschef Uwe Mehner. Auch ältere Eppendorfer Badegäste könnten sich nicht erinnern, jemals in solch warmes Wasser gesprungen zu sein.

Des Schwimmers Lust kann aber schnell zu Schwimmmeisters Frust werden: Denn die hohen Temperaturen und der Andrang an Badelustigen kann auch dazu führen, dass die Wasserqualität leidet. "Die Sonne entzieht dem Wasser das beigemischte Chlor und vermindert somit die reinigende Wirkung des Zusatzstoffs", erklärte der Vereinvorsitzende. Um das zu verhindern, werden im Freibad Eppendorf zweimal täglich Proben entnommen und analysiert. "Das wird seit Jahren zuverlässig durch meinen Vater Günter Mehner erledigt, der im Laufe der Zeit seine Erfahrungen gesammelt hat", sagte Mehner. Bei der Qualitätskontrolle wird nichts dem Zufall überlassen. Vielmehr erfolgt die Untersuchung der Wasserprobe per Computer. "Danach spuckt der Computer die genaue Menge aus, die wir an Chlor zusetzen müssen", sagte Uwe Mehner.

Hoch im Kurs steht im Eppendorfer Freibad auch die neue Rutsche, die in diesem Sommer die erste Saison genutzt werden kann. Ursprünglich hatte sich die Gemeinde ein Budget von 10.000 Euro gesetzt, um die bestehende einfache Rutsche zu erneuern. "Doch dann sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass wir mit unserem eingeplanten Geld nicht weit kommen", sagte Bürgermeister Axel Röthling (SPD).

So setzten sich Badverein und Gemeindeverwaltung an einen Tisch, um über die Finanzen zu diskutieren. Schließlich wurde die doppelte Menge an Geld veranschlagt, um das Freizeitgerät anzuschaffen. Dabei beteiligten sich unter anderem Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen mit Spenden in Höhe von knapp 3000 Euro an der Finanzierung. "Es freut mich sehr, dass die Rutsche bei den Kindern jetzt so gut ankommt und intensiv genutzt wird. Manchmal bilden sich sogar kleine Schlangen an der Leiter", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Damit der Badebetrieb in Eppendorf ohne Zwischenfall ablaufen kann, stehen acht Rettungsschwimmer, drei Kassierer und drei Mitarbeiter im Imbiss bereit, sodass sich die Gäste von 9 bis 20 Uhr im 25 Grad warmen Wasser bei Lufttemperaturen von mehr als 30 Grad abkühlen können.

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