21-jähriger Serientäter nur kurze Zeit in Freiheit

Kaum aus der Haft entlassen, ist der junge Mann aus Libyen erneut straffällig geworden. Eine positive Sozialprognose sieht die Jugendgerichtshilfe nicht.

Freiberg.

Das hiesige Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Irina Pietzko hat einen aus Libyen stammenden Asylbewerber des zweimaligen versuchten Diebstahls und eines vollendeten Diebstahls, jeweils in besonders schwerem Fall schuldig gesprochen. Bei den versuchten Diebstählen kam noch Sachbeschädigung hinzu. Der jetzt 21-Jährige wurde zu einer Jugendfreiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Dem seit seiner Einreise nach Deutschland 2016 bereits achtmal straffällig gewordenen jungen Mann konnte keine Chance zur Bewährung eingeräumt werden. Bisherige Möglichkeiten zur Besserung hat er nicht genutzt, eine positive Sozialprognose sah auch die Jugendgerichtshilfe nicht. Die Anklage be-traf auch zwei weitere Asylbewerber im Erwachsenenalter, deren Verfahren aus diesem Grund abgetrennt wurde und zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden soll.

Nach Verbüßung einer einjährigen Jugendstrafe war der Angeklagte am 3. August 2018 aus der Haft entlassen worden. Nur 16 Tage darauf, am 19. August, fuhr er mit zwei anderen Asylbewerbern, die wie er in Klingenberg untergebracht waren, nach Freiberg. Gegen 20 Uhr entwendeten er und seine Begleiter auf dem Vorplatz des Bahnhofs jeweils ein mit einem Seilschloss zwischen Rahmen und Felge abgeschlossenes Fahrrad, um es für sich zu behalten. Am Bahnsteig wurden sie von Polizisten gestellt und nach der Herkunft der Räder befragt. Sie behaupteten, diese seien ihr Eigentum. Auf die Frage, weshalb er sein Rad in abgeschlossenem Zustand transportiere, erklärte der Libyer, er habe den Schlüssel verloren. Was er dabei nicht bedachte: Das Gefährt war mittels eines Zahlenschlosses gesichert. Die Beamten nahmen den Dieben die Fahrräder ab, ließen sie jedoch ziehen. Die Drei stiegen dann in einen Zug in Richtung Dresden, um wieder nach Klingenberg zu fahren. In Bobritzsch nahm ihre Fahrt jedoch ein jähes Ende. Weil sie keine Fahrkarten vorweisen konnten, rief das Bahnpersonal die Polizei. Es kam dann zu verbalen und körperlichen Widerstandshandlungen, an denen sich der Angeklagte jedoch nicht beteiligte. Alle Drei wurden aus dem Zug verwiesen.

Danach entschlossen sie sich, zwei in der Nähe des Bahnhofs abgestellte Pkw aufzubrechen, in Gang zu setzen, mit ihnen weg zu fahren und sie später zu verkaufen. Durch ihre lauten Gespräche und Geräusche, die ihr Hantieren an den Autos verursachte, erweckten sie die Aufmerksamkeit einer Anwohnerin, die zahlreiche Aktivitäten beobachten konnte und die Polizei alarmierte. Die traf sehr schnell ein und stellte die Täter. An den Fahrzeugen waren Sachschäden in Höhe von insgesamt etwa 1200 Euro entstanden.

Der Angeklagte versuchte während der Verhandlung, jede Schuld von sich zu weisen und behauptete, von seinen Begleitern mittels eines Messers zu den Taten gezwungen worden zu sein. Bei den jeweiligen Durchsuchungen fanden die Beamten aber kein Messer. Keiner der Zeugen hatte beobachtet, dass der Libyer Angst vor den anderen gezeigt hätte. Er ließ keinerlei Schuldeinsicht oder Reue erkennen. Ein Wort der Entschuldigung fand er nicht.

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