3,7 Millionen Jahre auf knapp 300 Seiten

Zwei Freiberger haben ein Buch über die Zivilisation geschrieben. Ihr Credo: Die Entwicklung der Menschheit ist nicht aufzuhalten.

Freiberg.

Der legendäre Leuchtturm von Alexandria steht noch - zumindest teilweise. Davon ist der Freiberger Peter Hertel überzeugt. Er habe in den Überresten des Bauwerks gestanden, das zu den sieben Weltwundern der Antike gezählt werde, berichtet der 76-Jährige. Das heutige Fort Kait Bey sei auf den Grundmauern des einst 120 bis 140 Meter hohen Leuchtturms errichtet worden: "Im Zentrum des Forts findet man einen Schacht. Er hat Ähnlichkeit mit dem einstigen Aufzugsschacht für die Brennmaterialien des Leuchtturms."

Das Zitat stammt aus dem Buch "Die Zukunft unserer Vergangenheit", das Peter Hertel und sein Sohn Tim Gernitz jetzt im Brighton Verlag aus Framersheim veröffentlicht haben. Rund zwei Jahre hätten sie an dem knapp 300 Seiten starken Werk gearbeitet, sagt der Weltreisende, Schriftsteller und Inhaber des Archivs für Zivilisationsforschung in Freiberg. Sein Sohn und Co-Autor hat Kunstgeschichte und Musikwissenschaft studiert; er ist auch als Sänger der Comedy-Pop-Band "Die Notendealer" bekannt geworden.

Für beide ist es das zweite gemeinsame Buch. "Der Erfolg von 'Die Rätsel unserer Vergangenheit' hat uns ermutigt, eine Fortsetzung zu wagen", sagt Tim Gernitz. Und so schlagen beide einen Bogen von der Zeit 3,7 Millionen Jahre vor Christus, aus der fossile Fußspuren von drei aufrecht gehenden Individuen in Ostafrika stammen, bis zur Eröffnung des Archäologischen Museums in Ägypten in diesem Jahr.

Die Zeitreise wird gleich zu Beginn grafisch dargestellt. Die Zeichnungen und Fotos in dem Buch lassen eine Ahnung zu, was in den Epochen geschehen sein mag. Für Interessierte bieten die Autoren am Ende jedes Kapitels Quellenangaben aus Literatur und Filmen sowie QR-Codes, die per Handy oder Tablet-Computer gescannt werden können und auf die entsprechenden Seiten im Internet führen.

"Die menschliche Zivilisation hat sich allein entwickelt. Ominöse Außerirdische haben da nicht geholfen", geht Peter Hertel auf Distanz zu Autoren wie Erich von Däniken, die einer pseudowissenschaftlichen Prä-Astronautik frönten. Belege dafür veröffentlichen beide seit 2016 in einer wöchentlichen Reihe bei Facebook. "Wir haben im Schnitt rund 100.000 Leser und Reaktionen aus aller Welt", freut sich der Zivilisationsforscher, der seit 1982 acht Bücher veröffentlicht hat. Dank moderner Übersetzungsprogramme sei es auch möglich, die Zuschriften aus aller Welt ohne Probleme zu lesen.

Der Austausch mit den Leuten in anderen Städten und Ländern sei eine wichtige Quelle für ihn, beschreibt Peter Hertel seine Arbeitsweise. Um dabei keinen Wichtigtuern auf den Leim zu gehen, suche er mit seinem Sohn mehrere Belege für jede These. "Die Recherche ist aufwendig. Aber das Eintauchen in die kulturellen Identitäten hilft uns, die geschichtlichen Vorgänge besser zu verstehen", ergänzt Tim Gernitz. Vater und Sohn sind überzeugt: "Die Entwicklung der Menschheit ist nicht aufzuhalten" - das ist auch der Untertitel ihres Buches.

Die Schriftstellerei sei bei allem Anspruch auch an sich selbst - "wir erfinden nichts und wir lassen nichts weg" - weniger Lebensunterhalt. Vielmehr reize ihn die Aufbereitung spannender geschichtlicher Themen, sagt Peter Hertel: "Der Reichtum liegt im Gewinn an Wissen, das sonst nicht so leicht zugänglich ist, für viele interessierte Leser." Das neue Buch ist in einer ersten Auflage von 4000 Stück erschienen. Es sei in Buchhandlungen ebenso erhältlich wie bei Amazon.

Das Buch "Die Zukunft unserer Vergangenheit" hat die Internationale Standardbuchnummer (ISBN) 978-3-95876-778-2 und kostet 19,90 Euro.

archiv-hertel.de

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