36 Parzellen für Häuslebauer im Münzbachtal vorgesehen

Ein neues Wohngebiet soll in Großschirma entstehen. Laut Stadt gibt es schon Interessenten. Nicht nur Anwohner melden jedoch Bedenken an.

Großschirma.

Nahe an der Stadt Freiberg, nahe an der Natur: Das geplante Wohngebiet Münzbachtal in Großschirma kann mit seiner Lage punkten. An das ausgebuchte Wohngebiet Am Hasenborn angrenzend, sollen 36 Grundstücke für Wohnhäuser entstehen. Auf der jüngsten Stadtratssitzung stellte Hans-Joachim Bothe vom gleichnamigen Dresdner Planungsbüro den Bebauungsplan für die Fläche, die der Stadt gehört, öffentlich vor. Dabei handelt es sich um den Vorentwurf, über den endgültigen Entwurf werden die Stadträte noch beraten.

Laut Bothe soll das neue Gebiet dem benachbarten Areal Am Hasenborn in Struktur und Größe der Grundstücke (800 bis 950 Quadratmeter) ähneln. Maximal zwei Geschosse seien zulässig, die Traufhöhe dürfe sieben Meter nicht überschreiten. Vom Naturschutz her seien keine zusätzlichen Ausgleichsmaßnahmen erforderlich.

Die bisher eingegangenen Stellungnahmen seien alle positiv - bis auf jene der Stadt Freiberg, die sich gegen das neue Wohngebiet ausspricht. Für die Umlandgemeinden ist es "relativ einfach, Bauwillige abzuwerben", hatte Freiberges Baubürgermeister Holger Reuter jüngst gesagt. Damit zielte er auf das bestehende Preisgefälle. Während für einen Quadratmeter Bauland in der Bergstadt zum Teil sogar weit mehr als 100 Euro aufgerufen werden, sind es in den Nachbarorten deutlich weniger. An die 60 Euro dürften es im Schnitt laut Großschirmas Bürgermeisters Volkmar Schreiter (FDP) in seiner Kommune sein.

In der Ratssitzung zeigte sich Susann Ralle (SPD/Grüne) verwundert, dass der Plan keinen Spielplatz beinhaltet. "Und wie sieht es mit altersgerechten Wohnungen aus?", fragte die Siebenlehnerin. Laut Planer Bothe können durchaus Mehrfamilienhäuser, auch mit altersgerechten Wohnungen, errichtet werden. Ein Spielplatz müsse bei der Größe des Gebietes nicht ausgewiesen werden. Herbert Grahl (Lebenswerte Stadt) und Anlieger forderten, dass ein Fuß- und Radweg bis Freiberg entstehen sollte, damit die Kinder zur Schule radeln können. Eine Frau fragte nach den Bewerberzahlen: "In Freiberg haben ja schon viele gebaut. Und unser Wohngebiet Am Hasenborn hat über 20Jahre gebraucht, bis es voll war." Sie befürchtet, dass Flächen brach liegen bleiben und dort das Unkraut sprießen könnte. Dazu Planer Bothe: "Die Baugrundstücke werden innerhalb von drei bis vier Jahren weg sein." Bürgermeister Schreiter ergänzte, dass es bereits Anfragen gibt.

Mehrere Anlieger monierten, dass ihre Grundstücke Am Hasenborn ihnen einst als Außengrundstücke verkauft worden seien. Der damalige Bürgermeister habe ihnen sein Wort gegeben. Doch jetzt werden es Innengrundstücke. Bothe erwiderte: "Wir werden miteinander reden." Schreiter fügte hinzu, dass der richtige Entwurf im ersten Quartal 2020 vorliegen werde. Die Erschließung soll voraussichtlich mit einem Bauträger erfolgen. (mit acr)

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