570. Clausnitzer Jahrmarkt muss warten

Ausgerechnet die Jubiläumssause fällt Corona zum Opfer. Nun hoffen die Mitstreiter des Dorfclubs, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann.

Clausnitz.

In wenigen Tagen wollten die Clausnitzer ihren Jahrmarkt feiern. Nicht irgendeinen, sondern den 570. "Unser Fest hat damit mehr Jahre auf dem Buckel als die Annaberger Kät", sagt Annett Meyer, Schriftführerin des Dorfclubs. Und fügt etwas wehmütig hinzu: Wegen Corona fällt der Jubiläumsmarkt nun leider aus.

Seit 2017 laufen die Organisationsfäden für den Jahrmarkt beim Dorfclub zusammen. Er wurde aus diesem Grund überhaupt erst gegründet. "Der Jahrmarkt drohte damals in die Brüche zu gehen, weil die Feuerwehr das Fest personell einfach nicht mehr stemmen konnte", erzählt Thomas Funke, Mitglied des Dorfclubs. So setzten sich Annett Meyer und sechs andere Clausnitzer, die schon damals bei Vorbereitung und Durchführung halfen, zusammen und beschlossen, einen Verein zu gründen, der sich den sprichwörtlichen Hut aufsetzt.

"Feuerwehr, Jugendklub, Sportverein, Faschingsklub sowie weitere Partner waren schnell dabei und zogen mit uns an einem Strang", erinnert sich Annett Meyer. Auch die Grundschüler und Kindergartenkinder bringen sich mit kleinen Auftritten ein.

Zum ersten Jahrmarkt unter ihren Fittichen hatten sich die Dorfclubmitglieder etwas Besonderes einfallen lassen. Mit dem Sportverein stellten sie ein Soccer-Turnier auf die Beine, das seitdem große Resonanz erfährt. Auch ein Handwerkermarkt fand Anklang. "Die Handwerker des Ortes stellten sich vor, und die Kinder konnten sich beim Baggern, in der Holzbearbeitung oder als Fliesenleger versuchen", erinnert Thomas Funke.

Der Dorfclub engagiert sich auch für andere. Im vergangenen Jahr machten die Mitglieder der neu gegründeten Bambini-Feuerwehr zur Weihnachtsfeier eine große Freude. Für den Auftritt zum Jahrmarkt gab es eine Spende. Davon konnten rund 20 Helme für die kleinen Floriansjünger gekauft werden.

Die sechs Männer und zwei Frauen des Dorfclubs waren es auch, die kurz vor der Coronapandemie die Abschiedsfeier für das ehemalige Ferienheim von Robotron Dresden durchführten. Bei diesem Thema wird Annett Meyer ernst. "Es war über Jahrzehnte der kulturelle Treffpunkt unseres Ortes, und ich habe zum Gottesdienst und zur kleinen Abschiedsfeier Menschen gesehen, die hier ein Stück ihres Lebens verbrachten und denen Tränen in den Augen standen."

Die Mitglieder des Dorfklubs hoffen nun, dass wenigstens ihr Weihnachtsmarkt, den sie ebenfalls mithilfe der Vereine organisieren und durchführen, stattfinden kann. "Es ist nach dem Jahrmarkt ein zweiter Höhepunkt des Dorflebens", weiß Annett Meyer. Rund 120 Geschenke für die Kleinen zu organisieren, sei jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. Aber zum Glück gibt es laut Meyer Unterstützer und Sponsoren, auf die sich der Dorfclub verlassen könne. "Wenn Jahrmarkt oder Weihnachtsfeier anstehen, treffen wir uns einmal in der Woche. Etwa vier Wochen zuvor geht es in die heiße Phase , dann klingelt das Handy bei jedem von uns ständig", erzählt Henrik Mende vom Verein.

"Unsere Mitglieder wollen sich weiter für Clausnitz engagieren, auch weil die Einwohner gut mitziehen und wir alle gern feiern", verrät Annett Meyer.

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