6000 Gutscheine für eine belebte Innenstadt

Einzelhändler und Citymanager haben Ideen für mehr Kunden in Geschäften und gegen den Leerstand ausgetauscht. Fazit: Nicht alles funktioniert überall gleich.

Freiberg/Rochlitz.

Welche Projekte gibt es zur Innenstadtbelebung? Wie wird mit Ladenleerstand umgegangen? Darüber haben sich Innenstadtentwickler und Einzelhändler in Rochlitz ausgetauscht. Organisiert hat das Treffen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz, Regionalkammer Mittelsachsen. Was sich herausstellte: Ein Patentrezept für belebte Innenstädte gibt es nicht. Doch Ideen:

Einkaufsgutscheine: Den Gutschein "Silberstadt Freiberg", mit dem in mehreren Geschäften eingekauft werden kann, gibt es in der Kreisstadt. "Wir bieten ihn seit einem Jahr an", sagt Citymanagerin Nicole Schimpke. Rund 6000 seien bereits verkauft worden. Vor einigen Jahren hatte ein Internetdienstleister eine ähnliche Aktion in Rochlitz initiiert. "Davon hatten wir uns mehr erhofft", so Oberbürgermeister Frank Dehne bei der Diskussion im Ratssaal. Zuletzt hätten Händler nicht mehr mitgemacht. In Glauchau gebe es die Gutscheine schon seit über 15 Jahren, führte eine Teilnehmerin aus der Stadt an.

Beklebte Schaufenster: In Rochlitz haben Stadtverwaltung und Gewerbeverein mit einer Marketingagentur die Aktion gestartet, bei der Schaufenster leer stehender Läden mit Sprüchen versehen werden. Potentielle Gewerbetreibende können über Handy und Internet Infos zum Objekt erhalten. Bei einer ähnlichen Initiative in Freiberg, im "Silberrausch"-Festjahr, sei die Bereitschaft der Immobilienverwalter, mitzumachen, verhalten gewesen, so Nicole Schimpke. Nur fünf Schaufenster konnten beklebt werden, ein Geschäft wurde vermietet.

Kartierung im Internet: Wie man in Zschopau im Erzgebirge gegen Leerstand vorgegangen ist, beschrieb Tom Arnold, zuständig für Innenstadtmanagement. Freie Objekte wurden kartiert, die Daten ins Netz gestellt. "Von den marktgängigen Geschäften wurden alle bis auf zweivermietet." Einkaufen und Kultur: Auf eine erfolgreiche Aktion machte Grit Neumann, Vorsitzende des Stadtwerberings Döbeln, am Rande aufmerksam. Am vergangenen verkaufsoffenen Sonntag in Döbeln waren für ein Gewinnspiel in Schaufenstern 30 Bilder des Künstlers Erich Heckel zu entdecken. "Wir hatten Kunden aus Leipzig, Dresden, Chemnitz." Weit darüber hinaus arbeite man in Döbeln an einem Internetauftritt von Händlern, Unternehmen, Verwaltung, Banken, Großvermietern, weiteren Partnern, um Leute in die Stadt zu ziehen. Besondere Veranstaltung: Wie Kunden angelockt werden können, führte Cindy Krause, Referentin Handel/Dienstleistungen der IHK, Region Mittelsachsen, beim Treffen an. Sie nannte als Beispiele Veranstaltungen wie "Licht und Wein" in Frankenberg, den Rochlitzer Händlerherbst und dass in Mittweida Kunden ausgedienten Christbaumschmuck in Läden bringen können. Zusammengekommen waren bei dem Treffen erstmals Vertreter des IHK-Arbeitskreises Einzelhandel Mittelsachsen sowie des Arbeitskreises Innenstadt Erzgebirge. Die Mittelsachsen wollen sich 2019 erneut treffen. In Mittweida etwa soll es um Einzelhandelskonzepte für Städte gehen, in Frankenberg um Auswirkungen der Landesgartenschau auf den Einzelhandel vor Ort.

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