A-cappella-Kammerchor probt für sein Jubiläumskonzert

Es ist ihr zweiter Anlauf: Am 15. November wollen die Sängerinnen und Sänger um Dirigenten Peter Kubisch in der Nikolaikirche auftreten. Im Mai musste die Veranstaltung zum 30. Geburtstag des Ensembles wegen Corona abgesagt werden.

Freiberg.

Sie proben und proben und hoffen dabei inständig, dass sie diesmal ihr Festkonzert in der Nikolaikirche Freiberg aufführen können. Es ist für den 15. November, 17 Uhr, in der Nikolaikirche geplant. "Wir sind hochgradig hin und hergerissen in der Frage, was wir machen", sagt Dirigent und Chorleiter Peter Kubisch auf Nachfrage von "Freie Presse". "Das Konzert ist geplant, wir proben, alles ist vorbereitet, aber wir müssen einfach die täglichen Meldungen abwarten", sagt er in Bezug auf die steigenden Corona-Fallzahlen auch in Mittelsachsen.

Seit nunmehr 30 Jahren prägt der A-cappella-Kammerchor Freiberg die Musiklandschaft in Mittelsachsen. "Diese erfolgreiche Arbeit basiert neben fundierten Erfahrungen der Sängerinnen und Sänger auch auf der harmonischen Zusammenarbeit professioneller und semiprofessioneller Mitglieder des Ensembles", sagt Peter Kubisch.

Kubisch, der an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden Chor- und Orchesterdirigieren studierte, leitet das Ensemble seit 2002 und hat immer wieder mit interessanten Konzertprogrammen Akzente gesetzt. Ein Höhepunkt im 30. Jubiläumsjahr sollte am 24. Mai die Aufführung aller Motetten Johann Sebastian Bachs in einem Konzert werden. Leider musste dieses Konzert schon wegen der Coronapandemie verschoben werden.

Nun naht der Nachholtermin, der Kartenvorverkauf läuft bereits. "Seit Juni probt das Ensemble unter Einhaltung erhöhter Schutzmaßnahmen in großen Räumen und mit großen Abständen der Sängerinnen und Sänger untereinander", teilt Peter Kubisch mit. Allein zu den Mitwirkenden zählen mehr als 40 Personen. "Mit Abstandsregeln füllen wir damit schon die Kirche bis zur Hälfte. Problematisch wird es, wenn insgesamt nur bis zu 150 Personen in die Kirche dürfen. Dann kann es nicht funktionieren", sagt er. Dennoch seien er und die Mitwirkenden optimistisch eingestellt, dass es klappen kann.

Die Motetten Johann Sebastian Bachs gehören zu den anspruchsvollsten Kompositionen dieser Gattung und zählen gleichzeitig zu den großartigsten Schöpfungen der Chormusik, erläutert Kubisch. Der Kammerchor stelle sich dieser Herausforderung und werde gemeinsam mit Mitgliedern des Dresdner Barockorchesters eine besondere Aufführung dieser Werke zu Gehör bringen. Der Einsatz von historischen Instrumenten bei der Aufführung der vokalen Werke stelle dabei eine Erweiterung der klanglichen Farbpalette dar, mit der das Ensemble an diesem Abend neue Kommunikationswege zwischen Instrumenten und Vokalstimmen darstellen wird. "Einmal durch den Chor Gesagtes wird instrumental fortgeführt und lässt dem Hörer Zeit, die eben gehörten Texte auf das Instrumentale zu projizieren. Es entsteht eine neue Symbiose zwischen den musikalischen Ebenen, die das gewohnte Hörbild erweitert." (mit bk)

Das Konzert in der Nikolaikirche soll unter Einhaltung der geltenden Schutzmaßnahmen mit einer begrenzten Besucheranzahl stattfinden. Über den genauen Ablauf können sich Besucher auf der Website des Kammerchores informieren. Beim Erwerb der Eintrittskarte erhalten Besucher gleichzeitig einen Flyer, der alle Informationen beinhaltet. Karten gibt es in der Touristinformation Freiberg sowie über das Ticketsystem Reservix unter tickets@kammerchor-freiberg.de.

www.kammerchor-freiberg.de

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