Achtung vor "Sabines" Nachwirkungen

Experten warnen: Die Gefahr im Wald ist noch nicht gebannt. Kronen können herabstürzen.

Rechenberg-Bienenmühle/Freiberg.

Auch eine Woche nach Sturmtief "Sabine" wird von Waldspaziergängen abgeraten. "Bei Sturmböen sollte man das unterlassen, weil große Gefahr besteht, durch plötzlich abbrechende und herabfallende starke Äste oder abbrechende Baumkronen", sagt Ingo Reinhold. Er ist im Staatsbetrieb Sachsenforst Leiter des Forstbezirkes Marienberg, zu dem unter anderem Wälder im Raum Freiberg und Rechenberg-Bienenmühle gehören.

Auch wenn kein Sturm herrscht, sollten Spaziergänger im Wald Vorsicht walten lassen, besser einmal öfter den Blick in die Baumkronen richten und sich nicht unter lose hängenden Ästen oder Baumteilen aufhalten. "Ein Kubikmeter frisches Fichtenholz wiegt immerhin etwa eine halbe Tonne", warnt Reinhold. Dem schließt sich der Leiter des Forstbezirkes Chemnitz, zu dem die Regionen Rochlitz, Mittweida, Hainichen und Flöha gehören, an. "Vermeiden sollte man, sich bei stärkerem Wind im Wald und abseits der Hauptwege zu bewegen. Vorsicht ist außerdem immer dort geboten, wo Bäume bereits schräg stehen oder nur noch durch den Nachbarn gehalten werden", sagt Berndt Ranft.

Die Schäden, die "Sabine" angerichtet hat, sind nach Aussagen der beiden Forstbezirksleiter über alle Waldgebiete hinweg verteilt - in Form umgeworfener oder gebrochener Bäume. "Das Problem besteht darin, dass Würfe und Brüche weit verteilt sind und keine konzentrierten Arbeitsflächen bestehen, was zu hohen Aufbereitungskosten führt. Wir rechnen mit etwa 20.000 Kubikmeter Schadholz, wobei der planmäßige Jahreseinschlag im Forstbezirk bei etwa 100.000 Kubikmeter liegt", so Ranft. Trotzdem decke der Holzverkauf einen Großteil der Kosten. Mehrkosten schätzt er auf etwa 200.000 Euro. "Der wirtschaftliche Schaden ist somit noch kalkulierbar, vielmehr erhöht sich mit den umgefallenen Fichten das Brutraumangebot für den Borkenkäfer", so Ranft.

Im Forstbezirk Marienberg werde mit etwa 27.000 Kubikmetern Schadholz gerechnet, so Reinhold. Die Aufarbeitungskosten werden sich auf etwa eine halbe Million Euro belaufen. Davon müssten die zu erwartenden und aufgrund des derzeitigen Überangebots auf dem Holzmarkt vergleichsweise geringen Erlöse aus dem Verkauf dieses Holzes abgezogen und gegebenenfalls die anfallenden Wiederaufforstungskosten hinzugerechnet werden.


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